29

Okt

Montagsnächte

Ein Tag entschwindet,
Und schamlos bindet
Das Glück ans Joch;
Ich will nicht, doch.

Mein Herz zerbricht,
Die Welt zerrinnt.
Es kümmert sie nicht:
Die Woche beginnt.

Ist eh nicht meine,
lieb Heimat verlorn.
Ich fühl mich alleine,
Verwechselt und krumm
Geborn.

Was wir früher einst hatten,
Ertränkt und verspeist;
Die Welt ist ein Schatten,
Und ich bin ihr Geist.

Mein Inneres gärt,
Vom Zwange ernährt.
Der göttliche Funken;
Erloschen, versunken.

Sein Grab verrät
In tiefster Kluft
Das stumme Meer
Aus Realität.

Im kalten Bette,
Oh Traum errette!,
Nachtseelen Leid:
Ihr dunkles Kleid.

Der Mond ist bleich.
Durch Äste bricht
Sein Lichte weich;
Ich seh’ es nicht.

Schwer ist der Mahr,
Den Sorge gebahr.
Zählt wehe Stunden
In Geistes Wunden.

Zehrender Schmerz
Und Übelkeit mehrt.
Wohin ist mein Herz?
Sein Leben verjährt.

Vernarbt, verzweigt,
Der Kosmos schweigt;
Zum Schicksal geneigt
Und das Wochenende
Streikt.

Was wir früher einst hatten,
Ertränkt und verspeist;
Die Welt ist ein Schatten,
Und ich bin ihr Geist.

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