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So findet sich im Verlauf der menschlichen Phylogenese die Differenzierung der Gruppen bis zu einem bestimmten Grad gewahrt – das heißt in dem Maße, als sie bei der tastenden Erschaffung neuer Typen eine Bedingung biologischer Entdeckung und Bereicherung ist. Doch diese Divergenz macht dann (oder zugleich) einer Bewegung der Konvergenz Platz und ordnet sich ihr unter. In ihr festigen sich Rassen, Völker und Nationen und vollenden sich durch gegenseitige Befruchtung. So sieht man auf einer Erdkugel die Meridiane einem Pol entspringen und sich von ihm entfernen, nur um im entgegengesetzten Pol sich wieder zu vereinen.
(…)
Geometrisch die Kugelform der Erde und psychisch eine entsprechende Krümmung des Geistes, im Einklang miteinander um den individuellen und kollektiven Kräften der Zerteilung in der Welt ein Gegengewicht zu geben und die Einigung herzustellen: dies ist schließlich die ganze Antriebskraft und das ganze Geheimnis der Menschwerdung.
(…) – die wechselseitige Annäherung ganzer Massen einer Menschheit, deren Stücke sich vor unseren Augen aneinanderschweißen und durchdringen, trotz und sogar im Maße ihrer Anstrengungen, sich zu trennen –, all dies wird aufs tiefste verständlich, sobald man darin die natürliche Kulmination eines kosmischen Organisationsprozesses erkennt, der seit den fernen Zeitaltern, in denen unser Planet noch jung war, sich nicht veränderte.
Zuerst die Moleküle der Kohlenstoffverbindungen mit ihren Tausenden von symmetrisch gruppierten Atomen. Dann die Zelle, wo in einem Mindestvolumen Tausende von Molekülen sozusagen ein mechanisches System bilden. Dann die Metazoen, in denen die Zelle nur mehr ein infinitesimales Element darstellt. Danach, wie von vereinzelten Inseln aus die vielgestaltigen Versuche der Metazoen, eine Symbiose einzugehen und sich zu einem höheren biologischen Zustand zu erheben.
Und nun, wie ein Keim von planetarischen Ausmaßen, die denkende Schicht, die in ihrer ganzen Breite ihre Fibern entwickelt und überkreuzt, nicht um sie zu verwirren und unwirksam zu machen, sondern um sie zu kräftigen in der lebendigen Einheit eines einheitlichen Gewebes…
(…) Immer mehr Komplexität:: daher noch mehr Bewußtsein. Ist aber dieser Vorgang wirklich so beschaffen, was brauchen wir dann noch mehr, um den lebensfeindlichen Irrtum aufzudecken, der sich zutiefst in jedem Isolierungsprinzip verbirgt?
Falsch und naturwidrig ist das egozentrische Ideal einer Zukunft, die denjenigen vorbehalten wäre, die egoistisch an die äußerste Grenze des ,jeder für sich‘ zu gelangen wüßten. Kein Element könnte sich bewegen und wachsen, hätte es nicht die Hilfe und die Kraft aller andern hinter sich. (…) Um bis an die Sonne zu dringen, bedarf es des harmonischen Wachstums des gesamten Geästs.
Der Ausgang aus der Welt, die Tore der Zukunft, der Eingang zum Übermenschlichen eröffnen sich weder einigen Privilegierten noch einem einzigen Volk, das auserwählt wäre unter allen Völkern! Die Pforten öffnen sich nur, wenn alle zusammen nach einem Ziel drängen, in dem sich alle zusammen vereinigen, um sich in einer geistigen Erneuerung der Erde zu vollenden.
(P.T. de Chardin, „Der Mensch im Kosmos“)