25

Jun

Und täglich grüßt das Zeckentier; Oder:

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Time Lapse ist…
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Angriff der Killerzecken;
Oder: Phantastische Pflanzenwesen;
Oder: Das Tisey Stacheldrahtmassaker…
Sucht es Euch aus.

Massaker

 

Phantastisch

Winkel

Das Leben ist kein Ponyritt, das sag’ ich Euch. Einmal musste ich auf diesen Hügel hoch, steigen, um das Tal aus einem anderen Winkel zu sehen und auch mal einen Blick woanders hin werfen zu können. Ach, da hinten ist der Vulkan!
Der „Cerro“ stand am Rande des Talkessels und überblickte es wie ein ewiger Wachtposten, bei uns hätten sie da eine Burg drauf gebaut.

Steil

Genauso wie auf die andere Seite, wo es in einem weiten Halbrund und an manchen Stellen von jäh abfallenden Steinklippen begrenzt wurde. Das war an dem Tag mit dem ganz netten Mirador-
Hm, ich glaube, ich bin grade abgeschweift und währenddessen wieder abgeschweift; ein bisschen so wie auf meinen Wanderungen dorten, von daher passt das ganz gut.

Also, das war an dem Tag mit dem ganz netten Mirador, ich war noch unausgelastet und nicht ganz zufrieden gestellt, also dachte ich mir, gehst halt ein Stück weiter, der Pfad ist ja noch gut auszumachen. Ich kam an ein paar grasenden Pferden und Kühen vorbei, einer Farm rechts drüben sowie einer kleinen Lagune, was sich jetzt romantischer anhört als es wirklich war.

Into The Wild

Immer wieder führte ein Weg ins Nichts, und ich musste umdrehen und mich neu orientieren: „Oh, da ist ein kleines Tor im Stacheldraht. Jemand zuhause? Nein? Na, ich geh’ trotzdem mal durch. Ah, eine kleine Kaffeeplantage im Wald, auch hübsch. Aha, jetzt geht es hier so rum, wie um eine Serpentine und den Hang da hoch…

Mmm, bin ich jetzt nicht in etwa dort, wo diese Klippen sein müssten, die ich von drüben gesehen habe? Ich denke schon, oh schau, da geht sogar ein anderer Pfad genau in die Richtung, ganz schön breit ist der.
Und wow, schau Dir mal diese Bäume an!“

Zaubrisch

Alter, okay, das ist auch übelst krass. Kennt Ihr die Blumen, die auf Bäumen wachsen? Ey, der ganze Wald hier quoll über von Orchideen und anderen Epiphyten. – Gibt es andere Epiphyten? Bestimmt. Oder heißen die alle Orchideen? Nee, oder? Egal, das sah aus wie die neunte Plage, so sah das aus. Die Bäume waren voll von den Dingern!

So wunderwunderschön… ach Kinder.
Ähnlich schön wie die, denen die Bärte wie ein langes Zottelmeer von den Ästen herabhängen, wie ein grauer Vorhang, ein Teppich, der in ein verborgenes Reich führt. Nun, das hier war so ein Reich; am Ende war ich eher erstaunt, dass ich keinem singenden Elben auf einer Lichtung über den Weg gelaufen bin.

Blüte

Leider war ich wieder einmal etwas zu spät dran, die meisten waren schon verblüht. Aber hier und da sprießten sie noch, die anmutigen, roten und gelben Kuriositäten, aus ihrem mattgrünen Blätterschoß hervor.
Maaann, wie muss das sein, wenn die alle explodieren vor Leben und den Wald in Alice’s Wunderland verwandeln?? Abgefahr’n.

Auch einige Stacheldrähte galt es zu überwinden, ich beging zum wiederholten Male Landfriedensbruch und keinen interessierte es wirklich.
„Ah, schau her, da ist ja wieder ein Aussichtspunkt, hey, und ja voll! Ich bin genau auf den Klippen gelandet, aaaabgefahr’n!“

Hier also

Wie sich später herausstellte, drückte ich mich feist um den Eintrittspreis, weil ich mich spontan und ungewollt von hinten und durch’s Dickicht an diese Perle von Mutter Natur herangepirscht hatte.
„Perfekt, jetzt kann ich den ganzen Berggrat hier entlangwandern und hab’ praktisch immer die Prime Location, voll geil.“

Das Beste daran war, dass der Blick nicht nur in mein Lieblingstal reichte, sondern ähnlich wie auf dem jenseitigen Hügel schweifte er auch weit ins sanft geschwungene Land um Estelí! Logo, so weit war es ja gar nicht, die Straße war nur scheiße.
Das ist so ein Moment, da dreht man sich unkontrolliert und fahrig von der einen Seite zur anderen, weil das Gehirn heillos überfordert ist mit der Anzahl an Photonen, die gegen die Retina prasseln wie ein sengender Kometenregen.

Nach Estelí

Das ist wie, wenn man nachts nicht einschlafen kann, weil einem der Rücken weh tut und man sich von einer Seite auf die andere wirft, nur viel angenehmer.
Aber da wir gerade bei Kehrseiten sind, der Nachteil bestand in zerschrundenen und zerkratzten Beinen sowie einem Rudel Zecken im Schlepptau.

Wenn Ihr mal eine Zecke loswerden müsst, ich bin jetzt der Experte für sowas. Ich hab’ bestimmt zehn, zwanzig von den Biestern aus meinen Poren gefischt und sie großmütig am Leben gelassen.
Schöpfung und so, ne, das muss man schon ernst nehmen, die Chose.

Scenic Cows

Jedenfalls mach ich das im Handumdrehen und auf dem Kopf stehend mit bloßen Fingern, ist überhaupt kein Problem: jipps geschnippst, Kopf und alles dran. Ihr könnt sie danach einrahmen, zusammen mit meinem Autogramm: Tick Dundee.
„Das ist doch kein Zeckenschaber. – DAS… ist ein Zeckenschaber.“

Kinder, es war so unglaublich schön da oben, sogar die Kühe waren sehenswert!
Ich musste mal wieder an einer kleinen, zum Mittagsbuffet verstreuten Herde vorbei und hindurch, was mich mit einem Magen voller Wehmut an meine unschuldige Wanderung auf Waiheke in Neuseeland erinnerte vor so langer Zeit, dass es sich schon gar nicht mehr wie mein Leben anfühlt.

Schicht

Weil es einem bei solchen Gedanken schnell einmal mulmig werden kann, bin ich lieber wieder runter ins Dorf, um was zu essen, zu trinken und ein wenig zu entspannen, und dann war es auch schon Zeit für meine Schicht auf der Sunset-Base, die Pflicht ruft, was soll ich sagen.

Voll

Danach ein fleischloses und deswegen bewusstes Cena -die machen hier im übrigen sogar ganz guten Käse, hab’ mir einen von gekauft, gar nicht so billig-, bevor ich mich in die Hängematte auf der Veranda meines gestelzt bodenständigen Chalets zurückzog.
Das war ein Murmeltiertag in Tisey, würdiger und trefflicher Stellvertreter aller anderen, und es hätte grade so weitergehen können.

Geredet hab’ ich mit kaum jemand außer mit Reynaldo und dem spirituellen Kommunisten. Die Leute blieben eher unter sich, waren wenig gesprächig, genauso wie die zwei Touristen, wo ich zweimal hinschauen musste, ob die auch tatsächlich weiß waren. Kanadisches Nummernschild auf dem Campervan, Wahnsinn.

Das kam mir auch ganz gut zupass, hatte ich doch so schon genug zu tun.
Ja, es hätte grad’ so weitergehen können, aber am sechsten Morgen erklang der Ruf.
Der Ruf der Ferne, der Ruf der Karibik, meiner prallen Sirene und verführerischen Nemesis…

Ruf

Baumbart

Wunderschön

 

Memories

Täglich

 

 

 

 

 

Erkunden

Opfer

Geduld

 

 

 

 

 

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Bitte umblättern: Von Befindlichkeiten…

 

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