16

Sep

Ein Lied von der Welt

Das Universum ist verrückt: entstanden,
Um allzumal in unsrer Welt zu landen,
Die ihm einst so gut gefiel,
Ohne Anfang, ohne Ziel.

In Spiralen dreht es sich im Kreis,
Wird gleich laut, und dann ganz leis’.
Es ist ein Spiel und auch ein Tanz
Unter Mondenschein und Sternenglanz.

Blumen knospen, Feuer knackt;
Mein Schmerz, in seinem Herzen nackt.
Doch Du bist da, um mich zu halten,
Und so lass uns lieben, leben, schalten.

Atmest ein und atmest aus,
Gehst in Dich und dann hinaus!
In unschuldiger Verfrorenheit
Bis hinein in alle Ewigkeit.

Du tönst und schreist und lachst,
Bis das ein neuer Baum erwachst,
Der sein Lied singt von der Qual;
Hatte er denn eine Wahl?

All die Farben in der Erden Nebel;
Wer zieht da bloß den letzten Hebel?
Niemand, und zugleich wir alle,
Auf dass unser Ruf erschalle!

In den Weiten Gottes’ Leere,
In ihrer Leichtigkeit und Schwere,
Bis sich alles wieder eint
Und in der Stille weint.

Von Verlust und Kummer,
Des Schalken üble Nummer,
Bevor das Licht vollends erlischt
Und in finstrer Nacht verwischt.

Nur um neue Sonnen zu entfachen,
Die über neuen Welten wachen.
Neues Gras und neuer Mond;
Ob sich der neue Ausblick lohnt?

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