10

Apr

Kalt erwischt: Springflut der Zuneigung

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Lüsterne Mordgedanken…
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Workshop

An den darauffolgenden Tagen gab es also Generalversammlungen, Plenen und Workshops zu verschiedenen Themen, mit denen ich Euch an dieser Stelle nicht ermüden möchte. In den Pausen flirrten beständig Reporter durch die Menge und hielten nach leichter Beute Ausschau, die sie in Interviews und Portraitfotos verwickeln konnten.

Man muss ihnen zugute halten, dass sie über das ganze Ereignis eifrig und aufrichtig berichteten, so dass am Ende ganze Kollagen an Zeitungsberichten über unser seltsames Treiben entstanden. Nicht nur einmal erschienen unsere von der Sonne verbrezelten Visagen neben einem kunstvoll geschwungenen, jedoch leider unlesbaren Text in einer regionalen oder gar landesweiten Zeitung, und man muss einfach hoffen und ins Blaue vertrauen, dass nichts Peinliches unter dem eigenen Bild steht.

Lauern

Nach den anfänglichen Unpässlichkeiten lief unser Übersetzerbüro wie eine geölte, wenn auch leicht veraltete Maschine auf Hochtouren, und wir konnten mit Stolz behaupten, dass wir die Konferenz mit Ach und Krach am Laufen hielten.
Ich selbst war so eingenommen und beschäftigt, dass ich Hals über Kopf meinen eigenen Geburtstag vergessen hätte, hätte mich ein aufmerksamer Genosse am Abend des zweiten Tages nicht darauf hingewiesen.

Pause

Auch ihm fiel es nur ein, da just am gleichen Tag ein anderer Freiwilliger seinen Ehrentag feierte, der bereits unwiederbringlich in der Mitte eines versammelten Kreises aus internationalen Teilnehmern gefangen war, zu dem auch ich schnaubend und kokettierend geschoben wurde.

Was nun folgte, wird auf ewig in mein Gedächtnis gebrannt sein.

Es wurden Lieder für uns gesungen, es wurde geklatscht und gejohlt und hoch soll‘n sie leben! Gefühlte 300 Hände, immer die rechte bitteschön, wünschten mir Glück. All die eisernen Traditionen waren für diesen einen glückbeseelten Moment vergessen, und es hagelte Umarmungen von allen Seiten. Selbst gestandene indische Frauen drückten mich an ihre reich behangene Brust…

Berühmt

Zugegebenermaßen bin ich mir dessen nicht ganz sicher, aber zumindest haben mir einige schwach die Hand geschüttelt. Sei‘s wie‘s will, wir waren im Mittelpunkt aller klassenkämpferischer Aufmerksamkeit: „Hey, ist das nicht der Dolmetscher?“
Wir waren – berühmt.

Später verlagerte sich die spontane Party auf unsere Terrasse. Charin und ich gaben eine ordentliche, doch ungenügende Runde Bier aus, und wir sangen, lachten, und quasselten bis weit in die Nacht.

Spontane Feier

Es traf sich ganz famos geradezu, dass ich bis zu jenem denkwürdigen Tag ein nettes Gedicht über unsere gemeinsame Zeit in Gondolari fertiggestellt hatte, was ich entgegen meines Temperaments, doch angefeuert und ermuntert von Tausend feuchten Augenpaaren, zwischendurch vortrug.
Wenn nicht an so einem traumgleichen Tag, wann dann?

Spätestens ab diesem Moment liebten sie mich von ganzem Herzen. Und ich liebte sie.

Ältestenrat

Das war mit Fug und Recht wohl der schönste Geburtstag meines Lebens, und da gab es einige von ausgewachsenem Kaliber, jawohl.
Ich weiß nicht, was mit dieser Reise los ist, aber eine magische Zeit scheint die nächste zu jagen.
Ich bin – völlig verzaubert und schwimme in einem Meer aus Glück und… ja: warum es nicht wiederholen, es ist ein schönes Wort: Liebe.

Die letzten Wochen waren wie aus einer anderen Welt in einer anderen Zeit und-
Stop. – Stop. Für manche Dinge gibt es einfach keine Worte. Punkt aus.

Konferenzwiese

Sammeln

Zeit für Foren

Singprobe

Gondolari

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