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Sep

Ist Nächstenliebe nur Etikette in zivil? – Fragen Sie Genf

He had reflected, (…), that the Urrasti lived among mountains of excrement, but never mentioned shit.“
(U.K. LeGuin, „The Dispossessed“)

„‚Mami, es ist wirklich schwer, sich mit japanischer Höflichkeit zu verbeugen und dabei zu sagen »Leck mich am Arsch.«‘“
(S. MacLaine, „Zwischenleben“)

„‚All diese Rechte fordere ich‘, stieß der Wilde endlich hervor. Mustafa Mannesmann zuckte die Achseln und sagte: ‚Wohl bekomms!‘“
(A. Huxley, „Schöne neue Welt“)

„’What’s wrong with technology is that it’s not connected in any real way with matters of the spirit and of the heart. And so it does blind, ugly things quite by accident and gets hated for that. People haven’t paid much attention to this before because the big concern has been with food, clothing and shelter for everyone and technology has provided these.
(…) It’s analogous to the kind of hang-up Sir Isaac Newton had when he wanted to solve problems of instantaneous rates of change. It was unreasonable in his time to think of anything changing within a zero amount of time. Yet it’s almost necessary mathematically to work with other zero quantities, such as points in space and time that no one thought were unreasonable at all, although there was no real difference. So what Newton did was say, in effect, ’we’re going to
presume there’s such a thing as instantaneous change,’ (…) Newton invented a new form of reason. (…) and I think what is needed now is a similar expansion of reason to handle technological ugliness. The trouble is that the expansion has to be made at the roots, not at the branches, and that’s what makes it hard to see.
(…) I think present-day reason is an analogue of the flat earth of the medieval period. If you go too far beyond it you’re presumed to fall off, into insanity. And people are very much afraid of that. I think this fear of insanity is comparable to the fear people once had of falling off the edge of the world. (…)
It’s always been completely bankrupt with regard to abstract art. Nonrepresentative art is one of the root experiences I am talking about. Some people still condemn it because it doesn’t make ’sense‘. But what’s reall
y wrong is not the art but the ’sense‘, the classical reason, which can’t grasp it. People keep looking for branch extensions of reasons that will cover art’s more recent occurences but the answers aren’t in the branches, they’re at the roots.‘
A rush of wind comes furiously now, down the mountaintop. ’The ancient Greeks,‘ I say, ’who were the inventors of classical reason, knew better than to use it exclusively to foretell the future. They listened to the wind and predicted the future from that. That sounds insane now. But why should the inventors of reason sound insane?‘“
(R.M. Pirsig, „Zen and the Art of Motorcycle Maintenance“)

„‚Haben Sie etwas gegessen, was Sie nicht vertragen?‘ fragte Sigmund. Der Wilde nickte: ‚Zivilisation habe ich gegessen.‘“
(A. Huxley, „Schöne neue Welt“)

Der Grantler ist der Partisan des Alltags, der mit leichtem Gepäck durchs Hinterland der veröffentlichten Meinung streift und seine wohldosierten Nadelstiche setzt.“
(T. Grasberger, „Grant“)

Alas! That in human nature such a pitch of mental discipline, and disdainful negligence of nature itself, should not have been allied to the extreme of moral excellence!“
(M. Shelley, „The Last Man“)

Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“
(Albert Einstein; In: „Russische Heilweisen“ von Neumayer/Rietdorf)

Ich bin zum Beispiel der Meinung, daß Kreativität und Bewußtsein in der Atmosphäre des Spiels, im Gegensatz zur Arbeit, geboren werden, in der lebendigen, intuitiven Spontaneität, (…). Einerseits nehmt ihr das Leben zu ernst, und andererseits nehmt ihr die spielerische Seinsweise nicht ernst genug.“
(J. Roberts, „Gespräche mit Seth“)

The gumption-filling process occurs when one is quiet long enough to see and hear and feel the real universe, not just one’s own stale opinion about it. (…)
You often see it in people who return from long, quiet fishing trips. Often they’re a little defensive about having put so much time to ’no account‘ because there’s no intellectual justification for what they’ve been doing. But the returned fisherman usually has a peculiar abundance of gumption, usually for the very same things he was sick to death of a few weeks before. He hasn’t been wasting time. It’s only our limited cultural viewpoint that makes it seem so.“
(R.M. Pirsig, „Zen and the Art of Motorcycle Maintenance“)

Regeln und Vorschriften sind für Menschen gemacht, die das Chaos nicht ertragen können.
Das ist durchaus nachvollziehbar und verständlich.
Schlimm ist es nur für solche, die nicht einmal ein Haarbreit davon abweichen und das Leben in ein Korsett zwängen mögen, unter dem man ersticken muss.

Doch was ist mit denen, (…) für die das Leben ein Fels ist und das Gesetz ein Meißel, mit dem sie es zu ihrem Bild gestalten möchten?
(…)
Was soll ich von all diesem sagen außer, daß auch sie im Sonnenlicht stehen, aber mit dem Rücken zur Sonne?
Sie suchen nur ihren eigenen Schatten, und ihr Schatten ist ihr Gesetz.
Und was ist die Sonne für sie mehr als eine Schattenwerferin?“
(K. Gibran, „Der Prophet“)

Das Chaos besiegt die Ordnung, weil es besser organisiert ist.“
(T. Pratchett., „Echt zauberhaft“)

Im going to fulfil my proper function in the social organism. Im going to unbuild walls.“
(U.K. LeGuin, „The Dispossessed“)

Philantropisch gesinnte Menschen verlieren jegliches Gefühl für Menschlichkeit. Das ist charakteristisch für sie.“
(O. Wilde, „Das Bildnis des Dorian Gray“)

Altruismus schön und gut, aber ich bin doch nicht bescheuert.
(Aus dem Leitfaden für Kontrollierte Philantropie)

„‚Sie meinen es nicht so‘, hatte Koch gesagt, ‚sie meinen überhaupt nichts irgendwie, sie sind einfach nur da, das ist das Problem.‘“
(S. Regener, „Neue Vahr Süd“)

Hooligans sind nicht ganz so schlimm wie Nazis. – Aber sie kommen gleich danach.
(Gedanken zum Champions League Finale)

(…) – und alle mussten einsehen, daß, wenn dieser tiefnationale Gegenstand, ohne zu fehlen, auf sein Opfer niedersinken würde, dieses vollständig in Brei zermalmt werden müsse.“
(F.M. Dostojewskij, „Der Idiot“)

Der wahre Grantler ist seinem Wesen nach undogmatisch und geistig heimatlos; er ist ein Nomade des Denkens, ein Sioux-Jäger, der seine Pfeile in jede Richtung abschießt; vorzugsweise dorthin, wo die größten Bisons, sprich: Rindviecher vorbeilaufen.“
(T. Grasberger, „Grant“)

Man kann Menschen gegenüber doch nicht immer wohlwollend sein.
(Aus dem Leitfaden für Kontrollierte Philantropie)

Abenteuer! Die Leute redeten davon, als wäre es etwas Erstrebenswertes, doch in Wirklichkeit war es ein Synonym für schlechtes Essen, wenig Schlaf und sonderbare Personen, die ständig versuchen, einem spitze Dinge in den Leib zu stecken.“
(
Terry Pratchett, „Echt zauberhaft“)

Normalerweise werde man da von Trägern geschleppt, aber Baron Humboldt habe es verweigert. Der Menschenwürde wegen. Die Träger seien so beleidigt gewesen, fast hätten sie sie verprügelt.“
(D. Kehlmann, „Die Vermessung der Welt”)

Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung.“
(Lichtenberg, „Sudelbücher“)

Ist es nicht sonderbar, dass die Beherrscher des menschlichen Geschlechts den Lehrern derselben so sehr an Rang überlegen sind? Hieraus sieht man, was für ein sklavisches Tier der Mensch ist.“
(G.G. Márquez, „Leben, um davon zu erzählen“)

Ich bin froh, dass wir nicht versuchen müssen, die Sterne zu töten.“
(E. Hemingway, „Der alte Mann und das Meer“)

Jeder sollte eine zweite Chance bekommen. Auch die Menschheit.
(Aus dem Leitfaden für Kontrollierte Philantropie)

Setzen wir den unmöglichen Fall, es hätte der Menschheit freigestanden, sich auf einer grenzenlosen Oberfläche unbehindert im Raume zu verbreiten und auszudehnen, anders gesagt, sie hätte sich dem Zusammenspiel ihrer inneren Anziehungskräfte allein überlassen können. Was wäre dann aus ihr geworden? Etwas Unvorstellbares, etwas von der modernen Welt gewiß sehr Verschiedenes und vielleicht sogar überhaupt nicht, wenn wir nach der überaus großen Bedeutung urteilen, welche die Kompressionskräfte in ihrer Entwicklung gewonnen haben.
Am Anfang und jahrtausendelang war die Verbreitung der Menschenwogen auf der Oberfläche des Erdballs durch nichts merklich behindert. Vermutlich ist das sogar einer der Gründe für die Langsamkeit ihrer sozialen Entwicklung. Seit der jüngeren Steinzeit begannen diese Wogen dann, wie wir sahen, auf sich selbst zurückzufluten. Da der ganze freie Raum besetzt war, mußten die Bewohner sich enger aneinander drängen. Bloß durch die Vervielfältigung im Lauf der Generationen sind wir so, von Stufe zu Stufe, bis zur Situation gelangt und bilden miteinander eine fast dichte Masse menschgewordener Substanz.
In dem Maße als die menschlichen Individuen unter der Wirkung dieses Druckes und dank ihrer seelischen Durchlässigkeit einander inniger durchdrangen, erwärmte sich ihr Geist (…) durch Annäherung.“
(P.T. de Chardin, „Der Mensch im Kosmos“)

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