5

Mai

Zur Vereinbarung von Gegensätzen – Eine Schnitzeljagd

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Ein Schritt zurück…
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Trugbilder

Nein, ich denke der Schlüssel zu dem ganzen Hickhack liegt tief verborgen in unserem eigenen Bewusstsein, aus dem alles andere entspringt. Und solange das einem lichtlosen und undurchdringlichen Dschungel voller Trugbilder und Irrwegen gleicht, solange werden wir auf dieser Welt nicht miteinander auskommen können.

Weil wir mit uns selber nicht auskommen können.
Und da wir das nicht anerzogen bekommen (weil es die meisten unserer Vorfahren auch nie gelernt haben), müssen wir uns eben verdammt nochmal auf unseren ARSCH setzen und DAMIT ANFANGEN.

Liebe

Wie? Na, haben nicht die alten Weltreligionen uns bereits einen Schupps in die richtige Richtung gegeben, bevor sie mehr oder weniger verdreht, gefoltert und vergewaltigt wurden von eben jenem furchtbar entarteten Überlebensinstinkt unseres Egos?

Toleranz, Geduld, Mitgefühl, Achtsamkeit… Brauchen wir heutzutage nicht gerade solche Qualitäten mehr denn je? Liebe… Nicht diese kindlich schmachtende Wolke im rosaroten Wattehimmel, sondern ein tiefgreifendes, alles und jeden durchdringendes und hinweg fegendes Feuer, das einen derart reinigt, damit man sich selbst aus freien Stücken zurücknehmen und so seinen Nächsten den notwendig gebührenden Respekt und alle uns nur menschenmögliche Hilfe entgegenbringen kann.

Architekt

Auf den ersten Blick erscheinen diese Tugenden wie ausgelutschte und verdorrte Schlagwörter, aber wenn man bis zum kristallklaren Grund ihrer Bedeutung hinabtaucht… ja, dann könnte diese Welt in einem Glanz erstrahlen, dass selbst die Sonne dahinter verblassen müsste.

Gott, Allah, Ahura Mazda oder von mir aus Mithra sind alles keine Scharfrichter, keine gütigen Väter oder große Könige, sondern das allumfassende, unumstößliche Prinzip und Gesetz, dem alle Existenz unterworfen ist. Und wir sind logischerweise ein Teil davon, leben daraus und sind von ihm durchwebt.

Es liegt lediglich in unserer Entscheidung, wie wir im Rahmen dieser Gesetzmäßigkeiten, die wir gerade erst beginnen zu verstehen, handeln wollen. Und nur daraus erwachsen Konsequenzen, ob zum Guten oder zum Schlechten.
Es liegt UNSERER Hand und VERANTWORTUNG, derlei verursachte Wirkungen quasi kreuzweise zu tragen: „… For what is this Divine voice but the inward voice?“ (Rumi, „Masnavi“)

Schicksal

In diesem Sinne haben wir weder einen freien Willen noch sind wir unausweichlich unserem Schicksal unterworfen, sondern dienen diesen sich scheinbar beißenden Prinzipien in Wirklichkeit zur gleichen Zeit.
Weil BEIDES notwendigerweise zu unserem Leben gehört.

„O Son, they understand this compulsion
For whom God opens the eyes of the inner man.
Things hidden and things future are plain to them;
To speak of the past seems to them despicable.
They possess freewill and compulsion besides,
As in oyster-shells raindrops become pearls.“
(Ebd.)

Quelle

Check das ma.
DAS ist der Sturz aus dem Paradies, der Biss in den Apfel und der zischelnde Ruf der Schlange, da wir es gewagt haben, die gegensatzlose Einheit mit Allem Anderen zu verlassen, um unser Ich im Zwielicht der Welten zu ergründen.

Es wird auch kein Urteilsspruch gefällt, kein Damoklesschwert zischt herab, und es gibt keine Sünde außer der von Ursache und Wirkung. Die vier Reiter trinken in Goa Vodka aus der Flasche.
Das ist das Geheimnis und große Mysterium unserer Welt, nicht mehr und nicht weniger.

Aber wie sollen wir uns um der sieben Himmels willen nicht selbst, eigensinnig um unser Leben und das unserer Liebsten willen, durchboxen in einer vor Egoismus triefenden Welt? Muss man nicht mit wehenden Fahnen untergehen, wenn man versucht, allen Hackordnungen zum Trotz ein guter Mensch zu sein?

Ego

Vielleicht. Aber solange nur ein winziger, noch so kostbarer Keim einem oder sogar zwei anderen Mitmenschen reflektiert und eingepflanzt werden kann, werden wir auf lange Sicht gewinnen.

Und ich muss sagen, dass ich mit eher eingefahrenen Ellbogen bis jetzt ganz gut durch’s Lebens gekommen bin, vielen Dank. In Wahrheit geht es mir desto besser, je weniger ich auf die schreiende und gilfende Stimme meines Egos höre, die immer mehr will und nie zufrieden sein wird. Nie.

Erst wenn meine Gedanken vollständig zur Ruhe kommen und mein Ich in all seiner Pracht und Grausamkeit versiegt, dann beginne ich – ab und an – die leise und sanft schwingende Melodie jener verhüllten Seele aller Seelen erahnen zu können. Meiner, die der Menschen um mich, der Tiere, Pflanzen und Elemente, der Sterne, Planeten und allem, was in diesem Weltall sein erstaunliches Dasein fristet.

Ruhe

Und vielleicht kann ich ihr irgendwann folgen.
Das mag esoton und lächerlich naiv klingen, aber je mehr ich mich damit befasse, komme ich auch mehr und mehr zu der Ansicht, dass es GENAU DAS nicht ist.

Im Gegenteil, vielmehr erscheint mir dieses lächerliche und kindische als hehre Zivilisation und Kultur propagierte Haust-Du-mich-hau-ich-Dich-Theater, das wir hier seit Jahrtausenden auf der Welt veranstalten, so unbedarft und tollpatschig wie ein krabbelnd brabbelndes Kind, welches mittlerweile grinsend und japsend mit Massenvernichtungswaffen umeinander schmeißt.

Schnitzeljagd

Es wird Himmel nochmal Zeit, dass es erwachsen wird.
Denn genau darum geht es wirklich in der Esoterik: um die „inneren Vorgänge“ im Menschen und wir sie entwickeln und veredeln können.
Nicht um Wünschelruten-Schnitzeljagden, parasakral und bunt getakeltes Geklimper und all das, was diese hohe Kunst so sehr in Verruf gebracht hat.

Nur haben die meisten Menschen viel zu viel Angst, sich den Damönen und Schimären zu stellen, welche sie im Laufe ihres Lebens in und um sich versammelt haben.
Was nur verständlich ist. Aber Leute, mal im Ernst, anders werden wir den Karren nicht aus dem Dreck kriegen. Echt nicht.

Das glaube ich nicht nur; das SPÜRE ich in meinen Knochen.
DAS ist meine Religion. Nicht mehr und nicht weniger.

…Ach so. Wusstet Ihr, dass es in Shiraz einen Schiefen Turm gibt? Jaaa! Verrückt…

Verrückt

Nach innen

Gesetz

Stimmen

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Bitte umblättern: Der neue Instant…

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