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Apr

Harter Einstieg, süßer Empfang: Von Lebensgeistern

Radio Eriwan Calling:

KCHHRRKCHHRRKCCHK- My fellow Sugarr Bakerrs and Food Queuerrs!
KCHK- Ve prroudly announce that de Krrim has finjally been oblliterrated.
96% of de mainlly Rrussian speaking popullation -KRCH- vanted to be parrt of their motherr countrry once agjain but de Ukrranian gjoverrnment vasn’t -KCHRK- able to accept that becjause they suspected a Prropaganda cjampaign, orchestrrated by Vlladimirr Putin. -KRK-
Although de rreferrendum vas actually -KRCHHK- trruthfull Putin cjonfessed it to be a pllot onlly becjause, he vanted to show off.
The Amerrican imperriallists cjondemned this bjecause they alvays have to mess arround. That is their trradition. In the mjeantime, de EU pjassionately debates if a -KCHK- vote in favor of a cjommission to irron out de -KRHC- apprroprriate agenda forr a rresolution concerrningg this matterr is appllicable -KRKCHK- due to its inherrent phllegmatism.
Cuba is still not ablle to rrespond since they sufferr frrom a severre shorrtage of rrum and therrefore ljack de abjility to act.
But in de end, accorrdingg to theirr neutrral status Austrria sent a few nucllearr warrheads – which they cllaimed not to chave – to prrevent -KRCHK- a new Worrld Warr in de wake of gllobal lljetharrgy. Vell done!
This is John Vlladimirr Cjonnor. -KCHK- Vhen you rread this you arre parrt of de anti-imperriallistic rresistance.“

Neben der Spur

Dobryj Den’, meine Lieben.
Es war ja mein Experiment gewesen, nach meiner letzten Reise durch Sambia und Zimbabwe ein Jahr lang komplett durchzuarbeiten, bevor ich mich zu meinem nächsten Abenteuer aufmachte. Einfach um mal zu schauen, was das mit mir und aus mir macht.

Nun, jetzt weiß ich es: ein ausgemergeltes, durchgewalktes und ausgebranntes Bündel ausgefranster Nervenfasern!
Ich war noch nie so müde, so energielos und des Lebens auf dieser zwielichtigen und schrecklichen Welt derart überdrüssig.

Lebensgeister

Wie eine Schnecke hätte ich mich am liebsten in den flauschigen Kokon meines Stammhirns zurückgezogen, um einfach nur zu schlafen, schlafen – schlafen. Und all die Schimären davon zu träumen, die mich stets zuzeiten heimsuchen wollen, da ich keine Kraft mehr habe, sie abzuwehren.

In manchen, etwas ausgeschlafeneren Momenten spürte ich durchaus, wie die Lust auf das Unbekannte und Neue auf leisen Sohlen in mein Bewusstsein zu schlich und meine Lebensgeister, wie Pioniere in Feindesland, es wagten, vorsichtig zurückzukehren.

Aber sobald mich die Müdigkeit mit ihrem neblig wattigen, und doch eisernen Griff!, erneut packte, fiel ich in eine seltsam unbestimmte und ungerichtete Melancholie, die meine Seele durchflutete wie eine sanfte und dunkle Woge.
Und alle Lichter gingen aus.

Zwangsmäntel

Zudem schien ich nicht in der Lage, meinen dringend benötigten Schlaf nachzuholen, denn gerade dieser essentielle Strohhalm entzog sich meinem beleidigten Körper wie ein paranoider Zitteraal auf Koks! Ein- wie Durchschlafstörungen peinigten meine maroden Nächte. Nach dem Aufwachen fühlte ich mich oft wie eine vergessene Endlagerstätte.

Erst wenn es mir endlich gelang, jenen bleiernen Zwangsmantel abzustreifen, der mich in der kalten Leere umfing, glomm ein Funken auf im Schwarzen Loch, das einmal mein Geist gewesen war und das jeglichen Antrieb und sämtliche Kreativität mit unstillbarem Hunger in sich schlang.

Kaliber

Unterm Strich – nicht die besten Voraussetzungen für einen Aktiv-Urlaub von solch einem Kaliber.
Wie trefflich, dass wir einen straffen und anstrengenden Städtetrip an den Anfang unserer Reise gesetzt hatten! Gnnnnn…

Arnold, meinem treuen Arbeitskollegen und Compagnon in Schwarzafrika, schien es ähnlich zu ergehen, und so pflatschten wir auf dem Petersburger Flughafen auf wie zwei in die Welt geschissene Häuflein Elend.

Russisch für Systemgegner

Während der Busfahrt weg vom Flughafen empfing uns die Stadt unter anderem mit Niederlassungen von Mercedes, Shell, Obi sowie einem Media-Markt. Aha. Mei.
Gleich nach unserer ersten U-Bahn-Fahrt zum befreundeten „Soul Kitchen Hostel“ erlebten wir jedoch eine amüsante Episode:

Da wir noch die Welt auf dem Platz um die Metro-Station scharf zu stellen versuchten und dabei verwirrt blinzelten, traten zwei nicht eben unansehnliche Mädels mit ihren Smartphones und der Bitte um ein Foto an uns heran und blinkerten uns erwartungsvoll an.

Ich meine, es war es wohl weniger unserer Granit schmelzenden Attraktivität zu verdanken als vielmehr unseren abgewetzten Rucksäcken, die ungewöhnlichen Bärte (Die meisten Russen waren kahl rasiert, wie wir später feststellen sollten.) und ganz allgemein unser cool verlottertes Aussehen, das uns in ihren Augen anscheinend zu einer faszinierenden Kuriosität machten.

Willkommen in St. Petersburg!
Es hätte schlimmer sein können, mit Verlaub.

Melancholie

Metro

Licht aus

Harter Einstieg

Süßer Empfang

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Bitte umblättern: Herrschaftszeiten…

 

 

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