5

Feb

Wo kein Mensch je zuvor gewesen ist: Energie!

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Attacken und Winkelzüge…
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Gegenwart

Sadhguru aber sagt, wir können niemals in der Vergangenheit leben, also lasst uns schnell zurückkehren zum Dort und Dann.
Ich konnte mein Glück kaum fassen, als wir von zwei wahrhaftigen Gelehrten aus Indien mit ihrem so unnachahmlichen und sanft wackelnden British English empfangen wurden, die eigens für den Workshop angereist waren.

Kurze Pause. Lasst Euch das nochmals auf der Zunge zergehen: ich befand mich also in der afrikanischen Hauptstadt eines der ärmsten Länder der Welt, hoffnungslos übermüdet und durchgewalkt, und besuchte einen esoterischen Workshop für Energiearbeit, der von zwei Indern geleitet wurde.

Wake Up

Na schön, einer ist zumindest in Togo geboren und aufgewachsen.
Aber das blüht Euch, wenn Ihr in Eurer Verblendung meint, im durchglobalisierten und ökonomisch gleichgeschalteten Morgengrauen des Wassermannzeitalters inkarnieren zu müssen!

Die Schonzeit ist vorbei, jetzt sind unsere unsterblichen Anteile auf Gedeih und Verderb ihrer seit jeher vertraglich abgesicherten Bestimmung ausgeliefert! Sadhguru wiederum sieht das etwas anders, aber der muss ja nicht alles wissen.

Es gibt keinen Gott mehr, der uns die Arbeit abnimmt, der versteckt sich lieber mit einem Pils und einer Tüte Popcorn im Raum zwischen den kleinsten Elementarteilchen unseres Körpers, die es nach den fraktalen Gesetzen der Natur sowieso nicht gibt.
Also Ihr Kinder der Sterne – wacht auf!

Ähem. Verzeiht. Ohne noch weiter in den wunderlichen, ewigen Kosmos abzuschweifen, verbrachten wir den Rest des Tages damit, unsere Auras zu scannen, feinstsubtile Energien zu spüren und unsere Chakren zu reinigen.
Lacht nicht, das funktioniert tatsächlich. …Oh, es funktioniert erschreckend gut.

Probiert es aus. Drückt einmal mit dem Daumen in Eure Handinnenflächen und kneift kurz hintereinander alle Eure Finger, um Eure Greiferlein etwas zu sensibiliseren. Dann haltet sie offen und mit den Innenflächen zu einander in einem Abstand von einigen Zentimetern vor Euch und wartet ein paar Sekunden.

Meisterstück

Spürt Ihr ein leichtes Wärmegefühl, oder einen sacht kühlen Luftzug, obwohl es vollkommen windstill ist? Einen leichten Druck vielleicht?
Da habt Ihr’s. Ihr könnt ein wenig damit spielen und den Abstand Eurer Hände verringern und vergrößern, um die Wahrnehmung noch zu verdichten.

Wenn Ihr rein gar nichts spürt, tja, dann seid Ihr leblose Fleischsäcke, verdammt zu einer sinnlosen und vergeblichen Existenz, sorry.
Nein, natürlich nicht. Auch da spielt eine angeborene Feinfühligkeit eine Rolle, und auch da macht die Übung den Meister.

Macht Euch keine Sorgen, ich trage dafür eine Brille und höre nichts, was ich nicht hören will.
Die Nacht brach empfindlich kalt über uns herein, und trotz aller Energieaufladung fröstelte es mich ganz gehörig.

Notwendigkeit

Nach einem weiteren njera-Gericht zu Abend in Happy’s trostvollen Wänden fiel ich endlich auf die so bitter, bitter, bitter notwendige Matratze.
Mittlerweile hatte ich annähernd 40 Stunden nicht geschlafen, und in dem Moment, wo ich dies niederschreibe, kann ich es selbst nicht so recht glauben.

Schon die ganze Zeit über feuerte meine geschlauchte Zirbeldrüse verzweifelt Melatonin-Salven ins Nichts, was in etwa dem Versuch gleichkam, einen an Parkinson erkrankten Kometen mit mittelalterlichen Fregattengeschützen treffen zu wollen.

Aber an Ausschlafen war nicht zu denken, denn am darauf folgenden Tag ging es bombadillo frischauf um zwei (acht) Uhr in der Früh weiter, weil die gschaftigen Subkontinentler am selben Tag noch ihren Flug erwischen mussten.

Säule

Ich denke, nur der Liebe zu meinen neu gewonnenen Freunden sowie dem erhofften zukünftigen Ruhm meiner Blog-Seite war es zu verdanken, dass ich mich nicht zusammenrollte wie ein vertrockneter Regenwurm.

Wir lernten, allenthalbene Energie direkt aus unserer Umgebung anzuzapfen, und Sonne, Mutter Erde, Baum und Raum verwandelten sich schnurstracks in verklärte Zapfsäulen. Wir lernten, wie wir die Strahlen unsere eigenen Aurafeldes wie einen verfilzten Rasta-Schopf entflechten und entwirren können.

Okkult

Durchkämmt die Wüste! – Die ganze Wüste wird durchkämmt!“
Nunmehr wussten wir auch, wie man die Breite des schöpferischen Lichtstrahles einschätzt, welche durch die verbarrikadierte Fontanelle unseres Kronenchakras ins Hirn bricht, der ultimative Gradmesser spiritueller Entwicklung.

Meine war natürlich am größten.
Und schon war ich wieder am Anfang. Gehe nicht über Los, ziehe keine 4.000 D-Mark ein. Herzlichen Dank.

Ja, und viele weitere okkulte und erstaunliche Dinge gab es da zu entdecken, die den Rahmen dieser ohnehin großzügigen Beschreibung zersprengen würden. Doch so unfassbar und schräg das alles klingen mag, da spürten zu viele Leute zu viele Dinge, als dass es hätte Einbildung sein können.

Innerhalb zweier Tage, die sich schon jetzt in meiner Erinnerung zu einem unwirklichen Brei vermengt haben, hatte ich also eine neue Familie gefunden, und tränenreich war unser Abschied, als das Grüppchen in die undurchdringlichen Häuserschluchten von Addis sickerte.

Tribe

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Bitte umblättern: Dem Fluss folgen…

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