22

Apr

Mono-Activity: Bloß keine Ereigniskarte ziehen!

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Flucht aus…
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Verborgen

Ob seine Geschichten wiederum allesamt stimmen, nun, das bleibt im übrigen verborgen, aber wenn das wirklich alles nur Schau war, so hatte er nicht nur mich, sondern ganz Awassa und Äthiopien hinter’s Licht geführt.
Allein für diese souveräne Darbietung hatte sich mein Investment locker gelohnt: man bekam durchaus etwas für sein Geld geboten; im Notfall Ohropax bereit halten.

Zum Beispiel erzählte er einmal von einem Armeegeneral, der eines Abends die unbändige Lust verspürte, eine zwielichtige Bar aufzusuchen. Dort gefiel es ihm augenscheinlich so gut, dass er intuitiv auf eine höchst eigenwillige Idee verfiel.

Geschichten

Nach einem weiteren herzhaften Schluck klärte sich sein Angesicht, und im Fortgang weiterer Drinks sowie ihrer enthemmenden Wirkung auf die Zunge erteilte er einige unmissverständliche – wenn auch leicht verwaschen intonierte – Befehle.
Dies wiederum hatte zur Folge, dass er just und überaus spontan einen militärischen Staatsstreich anzettelte.

Wo das hatte stattfinden sollen, wer dieser bierselige Draufgänger war, das alles verlor sich in der kaleidoskopartigen Kakophonie von Elvis’ Redeschwall. Ich wusste nicht mehr, ob das jetzt wahr hat sein sollen, ob es sich um eine populäre Legende handelte oder ob ihm das eben in seinen Trampolin springenden Sinn gekommen war.

Ausflug

Das ist überdies auch vollkommen belanglos, denn es machte ungemein Spaß, ihm dabei zuzuschauen. Der ist so einer, der erzählt nicht nur Geschichten, sondern stellt sie zur gleichen Zeit pantomimisch dar. Bei „Activity“ wäre er der King, keine Frage.

Dergestalt flossen die Tage in die ewige Trockenzeit der Vergangenheit.
Einmal fuhren wir nach Wondo Genet oder so zu einem Wasserfall. Zumindest war zu Beginn von einem Wasserfall die Rede. Logo! Schwupps, Welle smooth erwischt.

Naja

Später wurde jedoch schnell klar, dass es sich doch eher um eine Art Freibad mit betoniertem Becken handelte um man dafür Eintritt zu zahlen hatte. Aha.
Aber das Wasser kam definitiv und unumstößlich aus einer Thermalquelle, warum also nicht?

Zu guter Letzt wurden aus dem ominösen Wasserfall einige lieblos verbaute Rohrleitungen, unter denen sich das Volk tummelte, wusch und duschte.
Es war bereits später Nachmittag, denn für die recht kurze Strecke waren wir erstaunlich lange unterwegs.

Erst meinte ich, Robel wollte tanken, doch gab es kein Benzin, weshalb er umdrehen und nach einer anderen Zapfsäule Ausschau halten musste.
Aber das stimmte ja gar nicht! In Wirklichkeit hatte er lediglich eine Abzweigung verpasst, und wir mussten zwanzig Minuten zurückfahren bis fast nach Awassa, bevor er endlich auf die richtige Spur kam.

Verfahren

An der Tanke hatte er sich nur nach dem Weg erkundigt. Diesbezüglich erscheint es hilfreich, sich vor Augen zu führen, dass er im einen Ort aufgewachsen war und im anderen nun schon seit einigen Jahren lebte.
Das ist wie, wenn man sich als gstandenes Kindl zwischen München und Freising verfährt.

Endlich erreichten wir Wondo Genet. Bevor wir jedoch zum Wasserfall aka Freibad fuhren, mussten wir unbedingt noch eine Weile im Garten seines erst kürzlich erworbenen Grundstücks chillen, alles was recht ist.

Garten

Die Sonne stand bereits tief am Horizont, und es war gar nicht mehr so warm, als wir endlich unsere Füße vorsichtig ins gerade so lauwarme Beckenwasser hielten. Unser Fehler war gewesen, zuerst unter die siedend heiße Dusche hüpfen. Als wir mit unseren rosa dampfenden Körpern über den glitschigen Boden zu den Becken tapsten, wurde es auf einmal empfindlich kalt auf unserer tropfnassen Haut.

Das fetzt nicht. Schnell wieder zurück unter die mollig kochende „Hot Spring“, die einem im Gegensatz dazu fast die Haut abschälte, wenn man sich direkt unter den strengen Guss stellte.
Alles in allem waren wir für eine Dusche etwa einen halben Tag unterwegs gewesen. Why not.

Halt

Auf dem Rückweg machten wir kurz Halt in Shashemane, wo Elvis kurz einen brother treffen wollte. In jenem Städel gab es nämlich eine Enklave für jamaikanische Rastas, die sich in (zu) romantischer Art und Weise nach ihrer angestammten Heimat gesehnt hatten.

Wenn Ihr jetzt ein Bild im Kopf habt von verfilzten Zöpfen, Kreol-Englisch, träge wabernden Rauchschwaden, Kokosnusspalmen, und nicht weit her ertönt das Wellenrauschen vom Strand, so muss ich derartige Entgleisungen leider im Keime ersticken.

Verschlossen

Das Viertel wirkte mehr wie eine israelische Siedlung in Palästina, nur ohne schweres Geschütz. Überall hohe Mauern und Zäune, fast niemand war auf der Straße zu sehen; ganz im Gegenteil zur umliegenden Gemeinde der Einheimischen. Eine geisterhafte Stimmung wehte dort um stille Häuserfestungen.

Nach Hause hatten sie also unbedingt gewollt, nur waren sie sich vielleicht nicht im Klaren, dass da vielleicht schon jemand wohnt und Mama Africa nicht nur Grund und Boden, Milch und Honig für sie bereithielt. Ein frappierendes Beispiel für selbst verursachte und tragisch misslungene Integration, die ihresgleichen sucht.

Mama Africa

Vielleicht freute sich die alte Mama (in dem Fall nicht Africa) deswegen so, dass endlich einmal jemand zu Besuch kam. Wir wurden gar herzlich empfangen von ihrem stählernen, durchdringenden Blick und dem dicken Spliff, der durchweicht in ihrem Mundwinkel vor sich hin schwelte und dabei Abhandlungen über ein moralisch einwandfreies Leben verfasste.

In solchen Gegenden geht man nämlich nicht heimlich auf’s Klo, um einen durchzuziehen, denn das wäre ein ganz und gar aberwitziger und zudem abwegiger Gedanke. Nein, in solchen Gegenden geht man heimlich auf’s Klo, wenn man mal eine normale Zigarette rauchen will.

Zu Ende

Was für eine Schande! Was für eine sinnlose und abgrundtief verachtenswerte Verschwendung von wertvollen Papers. Und eine Unverschämtheit noch dazu!

Mit unserem Abschied von der kleinen Possie neigte sich ein durchaus ereignisreicher Tag seinem Ende, zumindest war er unendlich ereignisreicher gewesen als alle anderen Tage in Awassa.

Ereignis

…Eigentlich kann man von all den anderen Begebenheiten kaum von „Ereignissen“ sprechen. Es waren vielleicht verschwommene Ideen von Ereignissen, Gedankenspielereien oder Arbeitshypothesen, die jedoch bis zum heutigen Tage ihrer Widerlegung harren.

Gedankenspielereien in unserem kleinen Garten Eden, die sich jedoch niemals vollzogen und in der Realität manifestierten. Der Affe, der da wie der Wind mit einer Klorolle im Maul auf einen Baum schnellte, das hatte Hand und Fuß, da ließe ich mich dazu überreden, von einem ausgewachsenen EREIGNIS zu sprechen.

Action

Aber soo…
Mag sich Sadhguru darüber den Kopf zerbrechen, auf jeden Fall macht das alles keinen Spaß, wenn ich ständig mit diesem unhandlichen Touchscreen von meinem gescheiten Telefon herumhantieren muss, um ein verwackeltes Foto zu schießen.
Gar keine Frage, für eine gediegene Seitenfenster-Action taugt mein Sony Experia genauso wenig wie eine GoPro für Passbilder.

 

 

Bananen-Blues

Parkplatz

 

 

 

 

 

 

Seitenfenster

Geneigt

Activity

 

 

 

 

 

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