15

Apr

Dämonenjagd: Seitenstraßen des Bewusstseins

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Tanz mit…
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Herrschaft

A propos, mein erster Eindruck in Iran war vorwiegend braun. Öd und trocken, sowohl das Land als auch die K(l)otzgebäude der Stadt, wobei sich hie und da doch ein fassaden-herrschaftliches Prachtexemplar zwischen die räudige Betonromantik mogelt.
Das ist schon nicht mehr aride, sondern wohl eher marsianisch, zumindest meinen Schleimhäuten nach zu urteilen.

Wenn man aber die großen Hauptverkehrsstraßen und Ausfallungetüme verlässt und sich ein wenig in die verwinkelten Gässchen traut, wo jeder Stadtplan versiegt, so eröffnen sich einem ungeahnt lauschige und teilweise – mit viel gutem Willen und dickköpfiger Bewässerung – sogar grüne Oasen in Form von adretten Parks.

Bewässerung

Männer spielen zwischen Pinien und tödlich kahlen… anderen Bäumen Schach (erhabene Semester), Tischtennis (unbestimmt mittelalt) oder Volleyball (Rotzjugend), die Frauen hocken abseits und ratschen, Kinder tollen um Springbrunnen, Fitness-Fanatiker begeben sich freiwillig auf Trimm-Dich-Geräte (Man weiß nicht, wer da wen quält), streunende Katzen werden gefüttert und ein To, der kurz mal aufatmen und durchschnaufen kann, bevor er zum achtzehnten Mal am Tag auf’s Klo rennen muss.

Kultur

Ich weiß nicht, was da alles ausgeleitet wird, aber mir kommt es so vor, als ob da nicht nur körperliche Gifte, sondern auch all die Sünden meiner bisherigen Reinkarnationen auf sämtlichen Welten unserer Universen in die persische Kanalisation rinnen.
…Welch schändliches Ungeheuer dort unten wohl bald schwärend geworfen wird und sich speiend und furzend- Ups! Sorry, zu tief in die Bewusstseinskiste gegraben.

Erinnerung

Kiste, Piste, … die Schweizer waren Skifahren in den Bergen um Tehran. Macht Sinn. Kamen freudestrahlend zurück und berichteten von den tausendundein Einladungen der Locals, die sie bekommen und die wilden Feste, die sie gefeiert haben, obwohl es hier sowas gar nicht gibt, sagt die Regierung.

Ein Stuttgarter hat mir gleich am ersten Tag erzählt, dass einer mal eben seinen Job gekündigt und mit ihm zwei Wochen auf Tour gegangen ist. „Ich find eh gleich wieder ’nen neuen!“
Ich natürlich sofort angefixt.

Begeisterung

Und nicht nur das, quasi im selben Erkenntnismoment springt auch schon mein Ego aus seinem dunklen, ewigen Kerker und liegt mir geiernd im Ohr: „Na los, mach schon! Was die Pisser können, kriegst Du auf Händen und mit verbundenen Augen zehnmal und viel geiler hin! Komm komm, mach!“

Neid, Gier, Ehrgeiz; ach Ihr übel verblendeten und doch scheinbar notwendigen Gesellen unserer Existenz. Wird der Tag endlich kommen, an dem wir Euer erstickendes Joch abschütteln und uns über diesen unseren modernd verkrusteten Tellerrand zu erheben wissen?

Renommierung

Mei, es gab tief drinnen im Herzen meiner Seele eh noch die eingeschüchterte und misshandelte Stimme der Vernunft, die mir leis‘ zuflüsterte, dass das Universum mir jetzt im Moment erstmal Ruhe und Abgeschiedenheit verordnet hat und ich doch vielleicht noch ein paaaar Tage warten soll, bis- NNNNEIN!!! Asche und Staub! Los! Mach schon! MACH SCHON!!!

Rückzug

Ich bin mittlerweile 36, aber manche Dinge sitzen einfach zu tief. Gerade wenn ich nicht auf der Höhe bin und es mir schwerfällt, das Kröpfchen vom Töpfchen zu unterscheiden.
Es ist wie damals mit dem Lego und dem Playmobil. Man will es halt auch haben.

Erhabenheit

Verspieltheit

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