28

Apr

Emotionale Vergewaltigung am Strand: Religiöse Führer schweigen

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Bekackte Terroristen…
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Da schau her

Stattdessen lag ich am umpten Tag versonnen lesend am Strand, stets mit einem gedämpften Gähnen in meinen Gedanken, als mich plötzlich ein nasses und haariges Bündel anfiel und meinen gemütlichen Dämmerzustand jäh unterbrach! Aus dem Augenwinkel sah ich grade noch, wie der Köter auf mich zugefetzt kam und mich flugs ohne Vorwarnung und Ankündigung mit seiner Liebe vollschleimte.

Angst hatte ich jedoch keine, hab’ ich ihn doch zuvor in vermeintlicher Ferne mit den Dorfkindern spielen sehen. Aber ekelhaft war es trotzdem. Die meisten von Euch wissen vielleicht, dass mir Hunde in etwa soviel bedeuten wie eine Bohrinsel in der Nordsee. – Sprich: eher wenig!

Spielen

Nun, ein paar Augenblicke ließ ich es denn zu und mimte den jovialen Tierfreund. Aber das Viech war vollkommen aus dem Häuschen, völlig außer sich. Kennt Ihr Mr. Jones“? In jenem Moment hatte der Hund frappierende Ähnlichkeit mit Richard Gere in Hochform.

Seine Versuche, mich zu besteigen und an den verschiedensten Teilen meiner Klamotten zu zerren, wechselten mit atemberaubender Geschwindigkeit. Ich hab’ nachgeschaut, der Hund war eindeutig schwul.

Shibderaz

Als er dann aber versuchte, seine Zunge in mein Ohr zu stecken und mein Hosenbein zu fressen, wurd’s mir aber wohl zu bunt. Noch immer überwältigt vom Überraschungsmoment und der Unfähigkeit zu glauben, was da eben passiert, ging ich jedoch langsam von jemandem, der versucht, mit bloßen Händen einen Ameisenstaat abzuwehren, über zu kontrollierteren Defensivmanövern, gespickt mit explosiven Gegenattacken.

Mein Reich

Aber das war dem grad egal. Im Gegenteil, der freute sich wie ein Spanferkel und seine Manie durchbrach die Schallmauer: „Endlich jemand, der mit mir spielt!!“
Doch ich reagierte blitzschnell und setzte mich ganz ruhig hin. Vielleicht
funktioniert das ja wie bei Jurassic Park: wenn man sich nicht bewegt, dann sieht er einen nicht.

In solchen Momenten merkt man also, dass Filmbildung eben doch nicht alles ist im Leben. Er wirkte zwar für einen kurzen Moment verunsichert, konterte jedoch, indem er sich eine meiner Trekkingsandalen schnappte und damit davon rannte. — Wirklich! Ich erzähl keinen Mist!

Gangs

Völlig fassungslos und konsterniert stand ich da und schaute meiner Sandale nach, wie sie lonesome in den Sonnenuntergang entschwand.
Na, nicht ganz, etwa hundert Meter weiter ließ er sie gönnerhaft in den Sand fallen und stolzierte dann indigniert-hochnäsig ein paar Meter davon, um dann süffisant Platz zu machen.

Sooo, wollen wir also den Spieß umdrehen und mit dem Herrchen wider Willen Hol’s Sandälchen spielen, wie? Nicht – mit – MIR!!

Lauter Halbmond

Vorsichtig brachte ich mich an einer strategisch günstigen Stellung in Position, kundschaftete das Terrain aus, evaluierte den Zustand etwaiger Verteidigungsanlagen und eroberte nach einer dreimonatigen Belagerung in einer gewagten und überraschenden Zangenbewegung meine Heilige Sandale zurück.
Tut mir leid, ich lese zurzeit ein Geschichtsbuch, da geht’s unweigerlich und vor allem um Krieg und Gemetzel.

Ich zog mich rasch zurück, aber die Töle aus der Hölle kam mir nach wie ein notgeiler Matrose. In meiner Verzweiflung versuchte ich, ihn in Richtung einheimischer Touristen zu locken, damit er endlich von mir ablässt und sich hoffentlich neue Opfer sucht.

Seitenblicke

So schnell und unmerklich tritt an Stelle von Nächstenliebe und Mitgefühl eisiger Egoismus und nackter, schreiender Überlebensinstinkt.
Meine ausgeklügelte Strategie ging zwar nicht auf, jedoch lernte ich einmal mehr von den Locals den nötigen Zauber.

Klammheimlich freute ich mich schon halb auf das, was er wohl mit ihnen anstellen mochte, aber als er gerade die letzten hechelnden Meter zwischen sich und seinen just anvisierten Lustobjekten überbrückte, nahm ein Mädchen aus der Gruppe eine Handvoll Sand und warf sie geradezu gelangweilt nach ihm. Und simsalabim, schon machte die Bestie in vollem Kamikaze-Flug kehrt und zog den Schwanz ein.

Nächstenliebe?

Wie jetzt? – Das war alles? So einfach?? Ohne auch nur den Hauch einer Gegenwehr gab meine Nemesis klein bei. Unverschämtheit.
Und schon ist er auch wieder auf meiner Fährte nach leichterer Beute. Ahahahahanaaaaaiin.

Schon als der erste Affe einen Knochen nahm und seinem Gegner damit den Schädel spaltete, sein Nebenmann fasziniert die Stirn runzelte und es ihm spontan nachtat, war klar, dass wir zu Größerem bestimmt waren. Weil wir die Fähigkeit haben, SCHNELL zu lernen.

Lichtbringer

Voller Lust und Vorfreude grub ich also meine Hand in meinen ganz persönlichen Wald vor lauter Bäumen, holte genüsslich aus und schleuderte ihm die ganze Ladung Feinstschrot mit einem Triumphschrei entgegen.
Und siehe! Das Scheusal war besiegt, und ich trieb es vor mir her wie ein Rudel lefzenstarrender Wölfe ein der Nahrungskette preisgegebenes Reh.

Um an dieser Stelle gleich mal jedweden übereifrigen Tierfreunden den puter- und pausbäckigen Wind aus den Segeln zu nehmen:
ich wollte ihn niemals treffen.
Lediglich antäuschen und abschrecken, wie im Kalten Krieg. Was wiederum der Wind mit dem Sand im Sinn hatte, entzieht sich lautstark und erhobenen Hauptes meiner Kontrolle und Verantwortung.

Einsame Nemesis

Nein schmarrn, er tat mir eh leid, denn im Zuge unserer Scharmützel wurde mir klar, dass er sowas wie ein Ausgestoßener sein musste – ein verlaust-zermauster Misfit, der sprichwörtliche Underdog. Mehrmals beobachtete ich, wie er versuchte, sich wieder bei seiner Straßenköter-Possie einzumauscheln, was jedoch stets in einer zähnefletschenden Niederlage für ihn endete.

Waffenstillstand

Mei, er ist homosexuell, anhänglich und psychisch labil, das war noch nie eine gute Kombination.
Aber er ist auch ein großer Romantiker und ein fairer Verlierer. Nachdem wir ein gegenseitiges Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet hatten, schauten wir uns gemeinsam den Sonnenuntergang an.

…Und trotzdem spähte ich ab jenem Zeitpunkt als halb leere Pepsi-Dose getarnt mehrere Stunden unter einem Gebüsch hervor, bevor ich es wagte, auf Zehenspitzen den Strand zu betreten.

Auf Zehenspitzen

Zwielicht

Feuer

Farben

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