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Wenig Gemüse

Aber das, das gehört nicht hierher… Wie auch immer!
Das und vieles mehr erfuhren wir von unseren sachkundigen und kenntnisreichen Begleitern. Von ihnen kam auch die kleine Mär
vom Elefanten und dem Warzenschwein, die ich vor kurzem praktisch wortgenau und detailgetreu wiedergegeben hatte, gewissermaßen als poetische Vorspeise.

Als wir wieder oben am Camp anlangten, wollte ich am liebsten tot um- oder wenigstens in ein ausgiebiges Koma fallen, doch ein fett- und seelenreiches Dinner aus Burgern mit nur wenig Gemüsebeilagen sowie die eine oder andere Gin-Tonic-Infusion belebte meine Lebensgeister gerade gut genug, dass ich in den Abend mit all diesen vorzüglichen Burschen genießen konnte.

Letzte Nacht

Itela entpuppte sich dabei als der feurigere und lebendigere Geist und war stets zu Späßen aufgelegt, während Tonde den ruhenden Pol darstellte und den Raum hielt für seinen quasselnden Kompagnon.

Als die beiden zu Bett gegangen waren, saßen Arnold und ich noch eine Weile schweigend da und blickten hinaus in die afrikanische Nacht, die übersät war mit Sternen, und hörten den nächtlichen Geräuschen der Welt zu.

Ruhe

In dem Moment packte etwas mein Herz von innen her und griff schmerzhaft zu, denn mir wurde schlagartig bewusst, dass dies wohl die letzte Nacht sein würde, die wir draußen in der freien Natur Zentralafrikas verbringen würden, und ich vermisste sie jetzt schon.

Denn es sind doch jene kurzen Augenblicke, die wir uns so selten zu gönnen geneigt sind, wenn das Gemüt herunter fährt wie ein mächtiger Kernreaktor und das Leben in den Leerlauf schaltet, wenn wir in uns zur Ruhe kommen, in denen wir dumpf den Puls der Schöpfung hören und der Wahrheit eine Handbreit näher kommen können.

Morgenröte

Nur nicht zu nahe! Das ist gefährlich und könnte alles aus den Angeln heben. Und da ich dazu zu müde war, bin ich ins Bett.
Als ich wieder erwachte, war ich ziemlich gerädert, doch ich kämpfte mich verquollen aus meinem Schlafsack und schleppte mich in den frühen Morgenstunden zu einem Aussichtspunkt, der in Richtung Osten zeigte.

Mein Verdacht bestätigte sich, als sich die ersten zarten Schleier der Morgenröte am sterbenden Nachthimmel materialisierten, denn der Sonnenaufgang über Sinamatella war atemberaubend schön.

Zu Fuß

An unserem letzten Tag in Zimbabwe begaben wir uns noch einmal hinunter ins Flachland, dieses Mal jedoch zu Fuß. Das gefiel mir insbesonders gut, denn ich habe immer das Gefühl, dass ich einen besseren Kontakt zum Land, das mich umgibt, herstellen kann, wenn ich meine beiden Beine direkt auf die Erde pflanze anstatt abgeschnitten davon in einem scheppernden Blecheimer zu sitzen.

Selbst ein Fahrradsattel wäre hierbei schon zu viel der Trennung gewesen. Stattdessen hatte ich endlich und wirklich das Gefühl, in der Savanne zu stehen und Teil von ihr zu sein. Eigentlich war das der simple, doch geheime Wunsch gewesen, der mich dazu drängte, mich in diesen Teil der Erdkugel aufzumachen.

Licht

Die verschiedenen Lebewesen darin waren letzten Endes nur hübsche Zuckerl und zusätzliche Gimmicks; es war vielmehr eben dieses Gefühl gewesen, nachdem ich mich gesehnt hatte und was am Ende für mich zählte.

In Bezug auf erstere hatten wir auch dieses Mal leider kein Glück, aber das Spiel der Sonne mit den niedrigen Wolken verzauberte die Welt um uns herum und warf sie in ein Licht, wie man es nur selten erleben kann.

Kurze Zeit später

Da musste Murphy wohl wieder seine Griffel im Spiel gehabt haben, denn just an dem Morgen, bevor wir eintrafen, wurde oben im Camp ein Löwe gesichtet, praktisch genau da, wo sich kurze Zeit später unser Zelt befand. Das war ungemein schade gewesen und auch ein wenig beunruhigend.
(Für meine Oma
: Wir… ach. Scheiß drauf.)

Aber damit hatte es sich auch schon mit unserem letzten kleinen Seitensprung in die Wildnis. Nach einem einfachen, doch nahrhaften Lunch brachten Itela und Tonde uns zurück nach Vic Falls, und wir verabschiedeten uns artig von ihnen. Dieser wurde uns allerdings etwas verleidet, da sie schlussendlich doch noch versuchten, etwas mehr Kohle aus unseren Geldbeuteln zu locken.

Seitensprung

Ganz ehrlich? Ich war enttäuscht, gerade weil wir so ein schönes Verhältnis mit den beiden hatten, aber unterm Strich sind wir, was wir sind: reiche Touristen und auf der anderen Seite ein paar Menschen, die wie jeder andere auch etwas vom Kuchen abhaben wollen.

Man kann sich Illusionen machen über Authentizität und echte Verbindungen, aber es ist und bleibt immer ein Spiel der Egos mit der Angst. Wenn einem das nicht taugt, sollte man lieber zum Peace Corps gehen. Und ich schätze einmal, dass man dem selbst dort nicht auskommt.

Also ließen wir es gut sein, packten unsere Rucksäcke und marschierten frohen Mutes noch ein letztes Mal über die Grenze hinüber nach Sambia und sagten den Wasserfällen und einer einsamen Rikscha Ade.
…Die Sicht an dem Tag war übrigens sehr gut. Jetzt weiß ich auch, wo man das Ende des Regenbogens
finden kann: Nirgendwo.
Denn es gibt keines
.

Nirgendwo

Nahrhaft

Niedrig

Erde

Wunsch

Selten

Verdacht

Sonne

Atemberaubend

Gemüt

Kontakt

Fett

Wolken

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Bitte umblättern: Im Wachsfigurenkabinett…