13

Jan

Perspektivischer Burnout, mögliche Weltuntergangsszenarien…

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Dornröschen…
———————————————–

…und andere unmögliche Dinge, an die ich heute vor dem Frühstück schon dachte.

Grün

Dergestalt bahnte ich mir meinen Weg zurück über Mansa und weiter nach Norden zu dem kleinen Fischerort Nchelenge am Lake Mweru. Zu flottem endemischen Reggae heizte mein ratternder und spotzender Kleinbus über die afrikanische Savanne, welche sich zu der Zeit von ihrer Schokolll… besten, will sagen grünen Seite zeigte.

Die zart gewellte Landschaft zog entlang der meist schnurgeraden Teerstraße an mir vorbei, ebenso wie Schlangen an Fußgängern, die sich weder Auto noch Fahrrad leisten konnten.

Gerade

Denn die Ländereien zwischen den Ortschaften waren beileibe keine entvölkerte Wildnis, sondern regelrecht gesprenkelt mit den süßen Bambusdächern winziger, aber weit auseinander gezogener Dörfer und Siedlungen.

Dazu wurde mir am Abend ein fantastischer Sonnenuntergang serviert. Wie ein aufgeregter, hechelnder Köter hing ich geifernd an der offenen Fensterscheibe und massakrierte aus gemeiner Liebe meine Kamera, während eine nostalgische Wehmut an die Zugfahrten in Indien und Indonesien über mir zusammen schlug und durch meine Adern brandete.

Gallier

Und da! Eine einzige Wolke bot wie die Gallier den Römern dem ansonsten beinahe makellosen Himmel trotzig die Stirn und regnete in ihrer Hybris auch noch ab, einer nebulösen Trauerweide gleich, die sich hernach demütig zur Erde neigte.
Ein derartiger Anblick bot sich mir noch nie zuvor. – Wie früher in den Comics
.

Ich muss sagen, der Himmel über Sambia vollführte oft ein derart wildes Spektakel, dass mein Knipsefinger bei der bloßen Erinnerung allein einen Ermüdungsbruch erleidet. Dazu ein unentwegtes Blitzen und Donnern, dass man hätte meinen können, die Maya hätten am Ende doch noch recht gehabt. (Hatten sie ja sowieso, es hat nur keiner gemerkt.)

Ragnarøk

Eines Nachts zum Beispiel wurde ich jäh aus dem Schlaf gerissen, als ein Donnerschlag das Land peinigte, der mein Trommelfell bestimmt zerfetzt hätte, hätte es nur schnell genug reagieren können. Boah! Als ob der Himmel in brutalem Zorn das Universum und die gesamte Schöpfung hätte zerreißen wollte.

Setzt Eure silbernen Aluhüte auf, Ragnarøk ist da!
Der Überschallknall eines Düsenjägers wäre mir dagegen wie ein leises Wispern erschienen. –
Gut, dass ich mein Zelt dabei hatte. Ahaaaa…

Nest

Ich war fix und foxi, als ich in dem verschlafenen Nest Nchelenge anlangte. Im übrigen schien dieser Umstand für mich sich zu einer Art Ausgangs- oder Werkszustand auf der Reise entwickeln. Ich fühlte mich ständig so!

Egal, wie anstrengend oder entspannt ein Tag auch verlief, am Abend fühlte ich mich stets wie ein ausgelaugtes und durchgewalktes Murmeltier mit Schlafkrankheit.
Ich w
usste nicht, ob ich schon zu alt für den Scheiß wurde oder das Klima im Sambia einfach nicht derpacken konnte oder what the fuck. Aber so war es. Voll krass.

Wahrscheinlich lag es schlicht und ergreifend am Vitaminmangel. Ich hätte mehr O-B-S-T essen sollen. Aber das ging nicht. Denn wenn ich das gemacht hätte, dann hätte sich das Universum um sich selbst gestülpt und sämtliche Existenz negiert.
Und versuch das mal, einem Münchner Grenzbeamten am Flughafen zu erklären. Der hatte natürlich aus reiner Trägheit und Widerspenstigkeit nichts davon mitgekriegt.

Einfach

So verschaffte ich mir am ersten Tag erst einmal einen gaaaanz geruhsamen Überblick über jenen Ort. Außer ein paar sehr einfachen Wohnhäusern, auf denen trotzdem und in jedem Fall eine Satellitenschüssel und das obligatorische Solarpanel prangten, sowie ein paar Restaurants war nüschd.

Es gab ein Gefängnis, in dem Fischer eingesperrt wurden, die trotz zeitweiser Verbote auf den Mweru-See hinaus fuhren. Wenn Euch diese Art von Nervenkitzel hinlänglich nicht zufrieden zu stellen vermag, dann müsst Ihr weiter nach Norden zu den Diamantenminen fahren. Aber davon später mehr.

Jener Mangel an allfälligen Aktivitäten kam mir jedoch sehr gelegen. Dergestalt knallte ich mich nachmittags an den Strand, in Spuckweite des berüchtigten Congo River am jenseitigen Ufer des Sees. Als würdigen Nachbarn hatte ich mir ein verrostetes, havariertes Polizeiboot ausgesucht, auf dem die Evolution soeben von neuem begann.

Anderes Ufer

Von neuem

Nachbar

Fischerknast

In jedem Fall

Zorn

Spektakel

Hybris

Beschert

Siedlungen

Sonnenuntergang

Bahnen

Entvölkert

————————-

Bitte umblättern: Verlorene Welten…

Post a Comment