24

Jan

Homo veridicus: Zu den Vorzügen von echten Menschen

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Knowhere…
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Mingalaba!
(zu hochdeutsch: Münchenlaba)

Gefühl

Es ist! ein skandalöser Eklat.
Jetzt kenne ich den Burschen seit zwölf Jahren, er ist mein bester Freund, und beide reisen wir gerne, aber noch NIE hatten wir es bis dahin geschafft, gemeinsam unsere Rucksäcke aufzuschnallen. Also könnt Ihr Euch vielleicht vorstellen, wie ich mich fühlte, als ich Tom und seine Freundin Carmen am Don Muang-Airport in Bangkok traf: „Iiiiiiihihihihiiii!!“

Supervision

Natürlich gab es einiges zu erzählen, denn die beiden machten Südostasien schon seit Ende Oktober zusammen unsicher. Wir mussten alle zweimal kurz blinzeln, um zu realisieren, dass wir in der Zwischenzeit bereits in Yangon gelandet und somit in Myanmar eingereist waren. Haben die unsere Pässe kontrolliert??

Die Grenzbeamten dort konnten sogar lächeln, ein sehr gutes Zeichen.
(Eine Fertigkeit, welche meist erst nach einer langjährigen und abwechslungsreichen Laufbahn, zahlreichen Wochenendseminaren und Fortbildungen sowie regelmäßigen Rehabilitations-Maßnahmen und Supervisionen erlangt werden kann.)

Unbesungen

Der Taxi-Fahrer, der uns in die Stadt brachte, redete so aufgeregt und viel, als wolle er uns die Fünf-Millionen-Stadt in einer halben Stunde erklären. Leider verstand kaum einer etwas von uns, da sein Englisch schnaufend und keuchend hinter seinen Ambitionen zurückblieb und einen unbesungenen Heldentod starb.

Die meiste Zeit nächtigten wir in einem Hotel mit dem aromantischen Namen „Royal 74“, und dementsprechend steril und ungemütlich wäre es dort gewesen, wenn wir uns nicht – wie ich kurz zuvor in Bangkok – in den Staff verliebt hätten.

Kreidebleich

Die Jungs und Mädels an der Rez’ waren so urfreundlich und so hilfsbereit und engagiert, dass selbst ein Indonesier vor Neid grün angelaufen wäre. Und dabei kam ihre Nächstenliebe kein bisschen aufgesetzt rüber, sondern es war grad so, als ob wir uns auf einer Party kennengelernt hätten.

Schicksalsberg

Wenn meine Hand sich dem Türgriff des Eingangs auch nur auf fünf Meter zu nähern wagte, stürzte der junge Portier ganz bestürzt und mit weit aufgerissenen Augen, kreidebleich und entsetzt darauf zu, um sie mir mit einem entschuldigenden und zitternden Grinsen aufzuhalten. Puh! Das ging ja gerade noch einmal gut.
Aufgrund der ungewohnten Situation fing dann ich vor Verwirrung beinahe das Zittern an:

Für den Bruchteil einer Sekunde kam ich mir nämlich vor wie Frodo, mit einer Hand ergeben und zu guter Letzt resignierend über den Feuern des Schicksalsberges hängend – und über mir mein treuer und tapferer burmesischer Sam, wie er mir mit verweinten Augen erzürnt zuruft: „Wehe, wenn Du loslässt!“

Ich sehe noch seine Tränen, wie sie den Dreck und den Staub Mordors von seinem Gesicht waschen…
Mordor… nee, aber auch mit „M“… ahja. Myanmar. Yangon. Richtig. Da waren wir. Gutgut.

Treiben

Vielleicht fragt Ihr Euch jetzt, warum wir in keinem Hostel oder einem günstigen Guest House untergekommen waren, was ja eher unserem Stand und Anspruch entsprochen hätte.
Nun, es gab schon ein paar wenige solcher Unterkünfte, aber die waren zumeist schon ausgebucht gewesen und am Ende sowieso kaum günstiger als normale Hotels.

Barcelona

Außerdem wollten wir nicht zuviel Zeit mit der Suche nach grottigen Absteigen verplempern. Mea culpa.
Viel lieber wollten wir uns entspannt durch die Straßen von Yangons Innenstadt treiben lassen und das birmesische Stadtleben auf uns wirken lassen.

Wie so viele englische Kolonialstädte war das Zentrum dort schachbrettig angeordnet, wobei die Straßennamen schlicht und einfach durchgezählt wurden: 13th Street, 14th, 15th, und so weiter. Manche der kleineren Gässchen wirkten wie ein etwas heruntergekommenes Barcelona, mit süßen Balkönchen, auf denen die Wäsche vergnügt im Wind flatterte.

Meist war es einfacher, am Straßenrand entlang zu gehen, denn auf den von Menschen, Straßenläden, Marktständen und Sonnenschirmen verstopften Gehsteigen zu navigieren, erforderte mithin die koordinativen Fähigkeiten eines Leistungsturners: Ducken, rechts ausscheren, Hüfte vor, Oberkörper abknicken, links herum, Kopf nach vorne-links neigen… und bitte kein Abgang auf Blech.

 

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Kolonial

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