22

Feb

„Wir sinken nicht!“ – Und Jesus so: „Glaubt’s echt?“

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Wahrheit oder Pflicht…
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Erwischt

Eigentlich war es schade, dass wir während den Etappen nicht länger verweilen und die Eindrücke auf uns wirken lassen konnten, weil am dritten Tage mussten wir Punkt kurz nach Mittag das Longboat erwischen, das uns über den Inle-See schippern sollte.

Tatsächlich nahm uns jener letzte Abschnitt wörtlich, nein: buchstäblich den Atem, und es war nicht der Fahrtwind.

Hmpf

Wie beschreibt man einen Ort, eine Stadt! mitsamt Klöstern, Postämtern, Schulen, -hmpf- Touristenrestaurants, das alles auf Stelzen und dazu als Beilage ganze Landstriche mit Wiesen und Feldern, die sich und all das vollständig und komplett in- AUF einem See gebaut wurden?

Selbst der Satzbau muss bei einem derart monströsen Unterfangen daran glauben und seinen Hut ziehen vor dem organischen Chaos puren Lebens. Woooow…

Status Quo

Das waren keine mickrigen Kanäle wie in Venedig oder Amsterdam, das waren regelrechte und ausgewachsene Wasseralleen, Boulevards, ach Quatsch. Highways!
Es
gab einfach keinen Asphalt, auf dem Fahrzeuge hätten fahren können, wirklich alles auf dem Inle Lake wurde in Booten transportiert.

Boot Camp

Eltern holten Kinder von der Schule ab – in einem Kanu. Menschen besorgten ihre Einkäufe auf dem Markt – in einem Kanu. Buddhisten begaben sich zum Beten in eine Pagode – in einem Kanu. Die Crowd ging abends feiern – im Kanu. – Voll geil!

Duschen und Bäder erübrigten sich dementsprechend auf natürliche Weise, wobei es zweifellos fraglich erscheint, ob die Suppe der Körperhygiene wirklich zuträglich ist oder es sich dabei nicht vielmehr um ein Marine Boot Camp für Immunzellen handelt mit psychiatrisch fragwürdigen Drill Sergeants.

Jagd

Möwenschwärme jagten knatternden Fischerbooten hinterher, in deren Bugwelle wiederum kleinere Kanus bedrohlich ins Schwanken gerieten, während Kinder im verdächtig braunen Nass plantschten. Seefarmer ernteten ihre Long Pumpkins – vom Kanu aus.

Am faszinierendsten und eigentümlichsten jedoch präsentierten sich die berühmten Einbeinfischer, die – ein Bein – zur Feinnavigation um ihr Steuerruder wickeln, damit sie beide Greifer frei haben für die Handhabung der Fischkörbe, und dabei gleichzeitig und in artistischer Manier auf ihrem Standbein um ihr Gleichgewicht kämpfen.

Artist

Heimlich wünschte ich mir ja, einmal zu sehen, was denn passiert, wenn da etwas nicht mehr gleichmäßig ist. Aber das wäre schändlich und gemein, deswegen, lasst uns da besser nicht weiter darüber nachdenken. …Vielleicht später unter der Decke im Bett, -pschscht!!- wenn das Licht ausgeht, und dann keiner mehr unsere dunkelsten Gedanken errät in der Finsternis der Nacht

Präzision

Oder so.
Manches Mal hoben sie ihre langen Paddel weeeit, weit und senkrecht nach oben, um sie dann, mit aller Macht!, auf die nichts ahnende Wasseroberfläche zu dreschen, um die anvisierte Tierwelt darunter kräftig aufzuscheuchen. Ich muss sagen, das schaut ziemlich lustig aus.

Wir hatten aufgrund des Human-Zoo-Gaff-Feelings wirklich ein schlechtes Gewissen, aber – was blieb uns denn übrig? Wir mussten da einfach, also wie kann man denn nichtUnd es ist ja nicht so, dass ich einmal kurz, quasi frech wie Jesus über’s Wasser, hätte hinübergehen und ganz nonchalant fragen können, ob ich von ihnen vielleicht ein Bild! – Ich mein, die hätt’s ja hinterrücks aus ihrem Kanu geschmissen!

Sorry

Aber auch so ging es eben nicht, weil wir sind schließlich in einem Affenzahn an denen vorbeigebrettert; hoffentlich sind die Bilder überhaupt was geworden bei der ganzen Wacklerei, WEHE, wenn nicht!

Jedoch. Ich entschuldige mich hiermit in aller Form und notwendiger Kon- Eloquenz bei all den angestrengt aufrechten Menschen, jene, die wir so schamlos ausgenutzt hatten während ihrer alltäglichen Plackerei und hoffe, dass der Wind meine guten und dankesvollen Gedanken zu ihnen trägt.

Rauschen

Aaah Leute, es war einzigartig, berauschend, überWÄLtigend!
Die Liste lässt sich locker fortsetzen, aber kein Wortschatz in den neun Welten reicht aus für all
die Sternschnuppen, die mir während diesem Spektakulum Magnum durch den Kopf schossen. Draußen auf der Welt dauerte unsere Fahrt über den See mit Pausen wohl nur wenige Stunden, doch in mir vergingen Zeitalter, und Universen wölbten sich aus dem Chaos, erblühten und fielen wieder in sich zusammen!

Leider war der See nicht annähernd so groß wie die Gegend um Bagan, so dass sich im Gegensatz dazu der gesamte örtliche Tourismus auf ein relativ kleines Gebiet konzentriert und ich demgemäß manchmal mehr Ausflugsboote als wie Einheimische zu sehen glaubte. Aber auch diesen Preis zahlte ich dort herzlich gern.

Sehen Glauben

In unserem betulichen Ankunftsort Nyaung Shwe blieben wir denn auch nicht lange, sondern düsten nach der bitter notwendigen Dusche sowie einigen unausweichlichen Souvenireinkäufen wieder zurück nach Mandalay, von wo uns ein (Pfui Teufel) Flugzeug noch weiter zurück nach Bangkok brachte.

Einfach so.
Eigentlich wollte ich noch weiter in den Osten Myanmars reisen, um von dort über Land nach Thailand rüberzumachen, aber diese Region war zu dem Zeitpunkt für Touristen noch tatsächlich gesperrt, da es regelmäßig zu Unruhen kam, inklusive ausbrennenden Bussen und verdorrenden Körpern.

Das muss ja nicht sein. (Gell, Oma?) Aber gelangweilt hat mich der Umstand schon. Ziemlich. Ich mag eben nicht fliegen, wenn’s nicht unbedingt sein muss.
Aber so ist das. Gras ist grün,
und Birma ist – an manchen Stellen – zu bunt.

Ein Bein

Allee

Eloquenz

Garteln

Long Pumpkins

Stelzen

Pagode

Kloster

Shan-Berge

Entry

Im Kanu

Anwohnerparken

Longboat

Fahrschule

Schwarm

Bauernhof

Leben

Zeitalter

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Bitte umblättern: Abstecher zum Jäger…

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