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Jun

Drei halbe Pelikane: Ein Zimmer, Dusche, Stein

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Langzeitstudie zu den…
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Ja, wirklich! Da gab es drei Pelikane mit amputierten oder sonstwie abhanden gekommenen Flügeln, die in der Grünen Schildkröte ein Obdach gefunden hatten. Tom Pollock, der Besitzer der alles in allem recht annehmlichen Einrichtung, fasst das so zusammen:
„Life is always better when there is a pelican around.“

Tja, und so kam es, dass die Viecher in der Zwischenzeit derart lange around sind, dass sie am Ende gecheckt haben, wie die Dusche funktioniert, und mit einem gekonnten Streich ihres eindrucksvollen Schnabels imstande sind, den Hebel umzulegen. Das, meine Freunde, ist ein ziemlich unbezahlbarer Anblick; viel besser als tanzende Bären.

Tom, Bert & William

Die drei kommen mir vor wie eine verlotterte Männer-WG, und es kann locker ein Tag oder ein Leben vergehen, während man ihnen und ihrem drolligen Treiben à la Stooges oder Marx-Brothers zuschaut. Ich nenne sie liebevoll Tom, Bert und William – diese Anspielung müsst Ihr allerdings selbst herausfinden.

Selbstverständlich hätte es auch eine Frauen-WG sein können, so genau hab’ ich jetzt nicht geschaut. Jedoch ist auch mir Gleichberechtigung in all seinen Facetten und Blickwinkeln ein Herzensanliegen: in dem Fall vielleicht die Golden Ladies?

Nun, sei es wie es mag. Ich hatte großartigen Spaß mit den Viechern und musste mich dazu noch nicht einmal bewegen, sondern nur strategisch clever positionieren und mir einen Kaffee bestellen. Ganz einfach.

Priceless

Ziemlich unbezahlbar waren auch die Sonnenuntergänge am Strand, aber ich denke, das muss ich nicht groß kommentieren. Viel interessanter ist die Tatsache, dass dieser Abschnitt der zentralamerikanischen Pazifikküste mithin nach Süden zeigt, was wiederum bedeutet, dass man zudem sein leuchtendes Gegenstück am Morgen gegen dreiviertel Sechs genießen kann.

Einmal bin ich sogar rechtzeitig aufgewacht, aber da war es bewölkt.
So etwas nennt man gemeinhin Bestimmung. Die unumstößlichen Gesetze der Natur haben mich dazu bestimmt, ein Spätaufsteher, Langschläfer und eine mondäugige Nachteule zu sein, und ich ergebe mich gern diesem Schicksal. Immerhin bin ich passenderweise erst um 13:01 Uhr auf die Welt gekommen, das macht Sinn, denke ich.

Frühaufsteher

Nichtsdestotrotz wache ich in diesen Gefilden ohne Probleme früh morgens auf, manchmal sogar schon um sechs- keuch!-, aber das liegt wahrscheinlich an der Zeitverschiebung. Schaut, zu Hause wär’s in dem Fall je nach Uhrumstellung 13 oder 14 Uhr, passt also genau. qed.
Ja, ich halte dies für eine ziemlich wasserdichte Theorie, die ich bereitwillig so stehen lasse.

Manchmal ging ich am Strand spazieren, jedoch handelte es sich hierbei um seltene Explosionen schlagartiger und frenetischer Aktivität, ähnlich der eines Vulkans. Mit der Zeit passt man sich ja auch den geologischen Gegebenheiten ein bisschen an, nicht wahr. Noch so eine Hypothese, unbekümmert und elegant in den Raum geworfen.

Seafood

Bis auf das zugegebenermaßen leckere und sogar erschwingliche Frühstück, alternierend zwischen Pfannkuchen und Obstsalat mit Müsli, Yoghurt und in beiden Fällen viiiiel Honig, war das Essen dort eher deftig im Preis, aber zum Glück gab es rundherum einige Comedores, wo man sich entscheiden konnte, für wieviel Dollar groß man den Fisch denn haben wollte.

Dabei stellte ich schnell fest, dass es am Ende egal ist, ob man für sechs oder weniger Kröten bestellt, er war immer ziemlich gleichgroß, fand ich. Also hab’ ich am Schluss halt immer für vier Dollar bestellt und ohne zu murren genau das bezahlt.
Mann, endlich! Bezahlbare Seafood. Wird auch verdammt nochmal Zeit.

Für Gringos

Wobei ich einschränkend sagen muss, dass Shrimps und ähnliches dann schon wieder bei um die zehn USD lagen, selbst in den Läden.
Aber das ging mir herzlich an meinem mittlerweile wieder kerngesunden Hinterteil vorbei, solange ich diesen vorzüglichen, knusprigen Fisch vorgesetzt bekam, gerne mit ein bisschen Reis und Tomatensalat, warum nicht. Kein Koriander, por favor!

Da schauten sie mich ein wenig komisch an, aber immerhin war ich ja ein Tourist aus einem fremden Land, wer weiß, was die alles für seltsame und abwegige Gewohnheiten haben. Zumindest stellten einige von ihnen mit Genugtuung fest, dass ich zumindest kein verfluchter Gringo aus den wenig geliebten Staaten war.

Ausgiebig

Rot

Alltag

Strandleben

Bewölkt

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