5

Jun

Zweierlei dreierlei – Destiny is calling

Zu schnell? Einmal zurückblättern, sehr gern: Die Sache hatte…
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Radio Eriwan Calling:

Mmy poorr Lloyallists and -KCHR- Yak Vhisperrers.
-KCHK- Rreally,
the rrumours arre -KRK- trrue. Due to a -KRCHK- majorr shift in de verry fabrric -KCHR- of space-time the -KCH- vorrld has drramatically changed. -KCHCHK-
Now, almost the
chole popullation of -KRRK- this pllanet vants to llive in -KCHRK- pjeace annd mutual frriendship -KCHKR- by distrributing de vorrld’s -KCH- rresourrces justly, -KRR- equally annd -KRCH- sustjainablly. -KRCHCHK-
But that vas -KCHK- OUR idea!! And vhy do ve chave to -KRHCK- incllude everrybody? Now, even peoplle vith -KRCHHCHRKKK- rrelligious and ideollogical -KRCK- differrences mmust be -KRRK- tolerrated ijnstead of beingg torrturred and -KCHK- killed.
T
his is un-KRK-thinkablle annd sjimplly inchuman. –KRCHK- I mjean… vhat arre ve supposed to -KRCK- do now? -KRCHK- Ve don’t llike this. -KCHK- This is borringg.
Llet’s pllay somethingg ellse…
Vhen you rread this -KCHCHK- you were parrt of the anti-KHCRCHK-impjerriallistic rresjistance. John Connorr, overr annd out.“

Grenze

Ni hao! – Wieder einmal zum letzten Mal.
Unsre Zugfahrt war noch in zweierlei Hinsicht kurzweilig. Zum einen durften wir erleben, wie die Fahrwerke der Waggons gewechselt wurden an der Grenze von der Mongolei nach China!

Denn sowohl Russland als auch die Mongolei verfügen über etwas breitere Schienenspuren. …Oder engere? Jetzt weiß ich nicht mehr, wie ’rum es war.
Jedenfalls, das werde ich noch meinen Enkeln erzählen können – gesetzt den Fall, ich sollte mich aus Versehen doch noch fortpflanzen.

Hydraulisch

Das war echt cool: Der Zug fuhr in eine Halle, wo ein Waggon nach dem anderen hydraulisch angehoben wurde. Sobald alle in der Luft hingen, kamen die neuen Fahrgestelle heran geschossen und schubsten die ausgedienten praktisch unter ihren Aufbauten heraus.

Begleitet wurde der ganze Zirkus wurde von einem geradezu ohrenbetäubenden Maschinen- und Sirenenlärm sowie einigen unsanften Rucklern, denn wir befanden uns während dieses gesamten Schauspiels überwiegend im Waggon.

Zum Schluss checkten die Bahnarbeiter, ob ihre Position einigermaßen stimmte, und, Daumen hoch, wurden die Waggons wieder unmerklich abgesenkt und auf den neuen Fahrwerken verankert. Und weiter ging die Fahrt. Hochinteressant!

Zum zweiten

Zum zweiten fuhren wir kurz vor Beijing durch eine traumhaft schöne Schlucht, die tief eingegraben worden war von einem hin und her schlingernden Flusslauf. Ich kam mir vor wie in den Alpen, da wir eigentlich nur von Tunnel zu Tunnel hechteten.
Ein letztes Mal also lief mein Speichel an der Fensterscheibe entlang sanft nach unten.

Aber auf einmal fanden wir uns mitten im schmachtenden Sommer von Chinas Hauptstadt wieder, wobei die Fahrt von den ersten Vororten bis in die ungefähre Stadtmitte gut ein bis zwei Stunden dauerte.

Stadtmitte

Nach knapp über neuntausend Kilometern fand unsere denkwürdige Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn ein ganz unspekatuläres Ende in einem unscheinbaren Nebenbahnhof. Nur Arnold und ich wussten Bescheid und standen wie bestellt und nicht abgeholt im großen Peking an den Ufern des Stillen Ozeans.

In solchen Momenten hilft es immer, den eigenen Fokus wieder zurecht zu rücken: Kleine Schritte den Bahnsteig entlang…
Und so kämpften wir uns von dort bis zum „Fly By Knight“-Hostel in der süßen Altstadt von Hutong durch, bevor wir keuchend und schwitzend unsere Rucksäcke von uns warfen.

Gartenzwerg

Dort kam man sich gar nicht vor wie in einer gärenden Millionenmetropole, eher wie in einem verschlafenen Nest im Hinterland, wo die Leute vor ihren Häuserln und Tante-Emma-Lädchen hockten, den Fliegen und ihren Träumen nachjagten und sich bei einem Gläschen Jasmin-Tee über die Gasse hinweg unterhielten.

Doch diese verträumte Ecke wirkte ein bisschen auch wie ein kleiner, eingeschüchterter Gartenzwerg, der unablässig den grauenhaften Moment fürchten musste, da er von dem qualmenden und stinkenden Großstadtdrachen endlich und ein und für alle Zeit verschlungen wird.

Hauch

Selbigen Eindruck machte unser hübsches und beschauliches Hostel: in ihm wehte ein zarter, melancholischer Hauch von Nostalgie im Mahlstrom der lärmenden Postmoderne. (Oder sind wir schon wieder weiter? – Ich komme langsam in ein Alter, wo man den Zeitenwandel nicht mehr so mitkriegt… oder anders: er ist mir scheißegal.)

Jedoch hatten wir an jenem ersten recht surrealen Tag noch genug Energie, um hinüber in einen kleinen Park hinter der Verbotenen Stadt zu spazieren, um der Stadt angemessen Hallo zu sagen und uns einen Überblick über den alten Kaiserpalast zu verschaffen.

Klimmen

Wir erklommen einen kleinen Pagodenhügel, von wo aus wir den ganzen pulsierenden Moloch tatsächlich rundherum überblicken konnten.
Und genau an der Stelle erwischte es mich heiß und kalt und von allen Seiten!

Meine Knie gaben fast nach, so geschockt war ich von dem inneren Überfall, als mich selbst ohne Vorwarnung oder Heroldstrompete eine bittersüße Melancholie überkam und durch jede Faser und Zelle meines zitternden Körpers flutete.

Schemen

Ich stand wie vor den Kopf geschlagen da und starrte fassungslos und schwer atmend auf die im Abendlicht wabernden Schemen einer buddhistischen Stupa und einer von diesen Postkarten-Pagoden. Mein Brustkorb fühlte sich an wie ein Blasebalg in den Schmieden unter dem Berg Erebor.

Die unvermittelte Hitze nach all den Schneegestöbern und klirrend kalten Nächten, der alles erstickende Smog, der sogar die Todesglocken von Delhi und Jakarta wie Luftkurorte im Himalaya wirken lässt, die Geräusche, die Gerüche, das ganze Panorama und die Menschen um mich, all das schleuderte mich mit der Wucht eines Kanonenschusses in die Gefühlswelten meiner zurück liegenden Asienreisen.

Todesglocke

Oder noch weiter, wer weiß, ich habe da mittlerweile so einen Verdacht.
Auf einmal war ich wieder in Nepal, Indien und Indonesien, überall und zur gleichen Zeit hoffnungslos verloren: als ob ich den Sirenengesang erst hörte, da ich schon im Netz ihrer Arme lag.

Es war wunderschön – aber nicht nur das.
Es fühlte sich an, als ob ich meine Reise soeben erst begonnen hätte, obwohl ich in wenigen Tagen bereits wieder die Heimreise antreten sollte; ein kolossaler und vernichtender Gedanke, der mir die Luft abschnürte.

All das

Es war, als ob ich vergangene Dinge noch einmal durchlebte. Erinnerungen brandeten durch meinen Geist wie eine stumme, halb durchsichtige Flutwelle in dieser seltsam vertrauten Fremde. Ein bleiernes und doch federleichtes Fernweh packte mich, und ich wollte davonfliegen und in Tränen ausbrechen. Dabei war ich doch schon weg!

Ich weiß wirklich nicht, wie lange ich so da stand und verzweifelt versuchte, diese surrealen Gefühlswallungen zu begreifen, denn sie entschlüpften mir stets in dem Moment, wenn ich glaubte, sie endlich erwischt zu haben.
…Hoffentlich waren das nicht die Vorwehen einer verfrühten Midlife Crisis.

Naja, irgendwann war’s dann auch vorbei, und ich hab’ mich wieder eingekriegt.
Aber, Mannomann, so etwas hatte ich bis dahin echt noch nicht erlebt, nicht ansatzweise oder auch nur ein bisschen. – Ich glaube, es hat mich an mich selbst erinnert, aber was das wiederum heißen sollte, davon hatte ich zu dem Zeitpunkt noch keinen Schimmer.
Es war ein einfach herzergreifend schön.

Checken

Halle

Zirkus

Ende

Eingegraben

Flusslauf

Schlucht

Nachjagen

Beschaulich

Hinterland

Altstadt

Verbotene Stadt

Postkarte

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Bitte umblättern: Wer ist geiler?…

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